Recht & Compliance für Online-Händler

CE-Kennzeichnung: Pflichten für Händler und Importeure

Das CE-Zeichen steht auf Spielzeug, Elektrogeräten und Maschinen — doch wer haftet eigentlich dafür, dass es zu Recht dort steht? Dieser Leitfaden erklärt die CE-Kennzeichnung aus Händler-Sicht: wann sie Pflicht ist, wer in der Kette vom Hersteller bis zum Shop welche Pflichten trägt und was Sie prüfen sollten, bevor ein Produkt ins Listing geht.

Illustration: Produktkarton mit CE-Zeichen wandert vom Containerschiff über den Importeur ins Händlerregal, begleitet von einer Prüf-Checkliste — CE-Pflichten in der Lieferkette
Kein Prüfsiegel Herstellererklärung min. 5 mm Zeichen am Produkt 10 Jahre Nachweise bereithalten

Die CE-Kennzeichnung ist die Erklärung des Herstellers, dass sein Produkt die einschlägigen EU-Harmonisierungsvorschriften erfüllt — eine Behörden-Prüfung steckt nicht dahinter. Pflicht ist sie nur für bestimmte Produktgruppen wie Spielzeug, Elektrogeräte oder Maschinen. Händler prüfen vor dem Verkauf Kennzeichnung und Pflichtangaben; wer aus Drittländern importiert oder unter Eigenmarke verkauft, übernimmt deutlich mehr Pflichten.

Hinweis: Dieser Beitrag ist allgemeine Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die Verordnung (EG) Nr. 765/2008, der Beschluss Nr. 768/2008/EG und der jeweils einschlägige produktspezifische Rechtsakt. Stand: Juli 2026.

1. Was bedeutet die CE-Kennzeichnung?

CE steht für „Conformité Européenne". Rechtlich ist die CE-Kennzeichnung die Kennzeichnung, „durch die der Hersteller erklärt, dass das Produkt den geltenden Anforderungen genügt" — so definiert sie Artikel 2 der Verordnung (EG) Nr. 765/2008 (Quelle: EUR-Lex). Der Hersteller erklärt also selbst und in eigener Verantwortung, dass sein Produkt alle einschlägigen EU-Vorschriften erfüllt.

Genau darin liegt das größte Missverständnis: CE ist kein Prüfsiegel. Es gibt keine zentrale EU-Stelle, die eine Genehmigung oder ein Zertifikat für die Verwendung des Zeichens erteilt (Quelle: EU-Kommission). Nur wenn der jeweilige Rechtsakt es vorschreibt, muss eine unabhängige benannte Stelle die Konformitätsbewertung begleiten — dann steht ihre vierstellige Kennnummer neben dem CE-Zeichen. Für Händler heißt das: Ein CE-Zeichen allein beweist keine geprüfte Qualität, sondern dokumentiert eine Erklärung des Herstellers, auf die sich die Marktüberwachung verlässt — und die jeder in der Lieferkette mitverantwortet.

2. Wann ist CE Pflicht — und wann verboten?

Die CE-Kennzeichnung ist nur für Produkte vorgeschrieben, die unter harmonisierte EU-Vorschriften fallen (Quelle: EU-Kommission). Welche das sind, regeln produktspezifische Richtlinien und Verordnungen. Eine Auswahl der für Online-Händler wichtigsten Gruppen:

Produktgruppe Rechtsakt Praxis-Hinweis
Spielzeug Spielzeugrichtlinie 2009/48/EG Für Kinder unter 14 Jahren zum Spielen bestimmt — auch Produkte, die Kinder erkennbar zum Spielen nutzen.
Elektrogeräte Niederspannungsrichtlinie 2014/35/EU + EMV-Richtlinie 2014/30/EU Betriebsmittel von 50–1.000 V Wechselspannung bzw. 75–1.500 V Gleichspannung; dazu elektromagnetische Verträglichkeit.
Geräte mit Funk Funkanlagenrichtlinie 2014/53/EU (RED) Alles mit WLAN, Bluetooth oder Mobilfunk — vom Smart-Home-Sensor bis zum Kopfhörer.
Maschinen Maschinenrichtlinie 2006/42/EG — ab 20.01.2027 Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 Der Wechsel zur Verordnung kommt ohne Übergangsfrist; Sortiment rechtzeitig prüfen.
Persönliche Schutzausrüstung PSA-Verordnung (EU) 2016/425 Helme, Schutzbrillen, Schutzhandschuhe und vergleichbare Ausrüstung.
Medizinprodukte Medizinprodukteverordnung (EU) 2017/745 (MDR) Eigenes, strenges Konformitätsregime — vor dem Listing besonders sorgfältig prüfen.
Bauprodukte Bauprodukteverordnung (EU) Nr. 305/2011 Hier tritt die Leistungserklärung an die Stelle der EU-Konformitätserklärung.

Die Tabelle ist eine Auswahl ohne Anspruch auf Vollständigkeit — ob Ihr Produkt erfasst ist, entscheidet der jeweilige Rechtsakt (Quelle: IHK). Zwei Punkte verdienen besondere Aufmerksamkeit: Bei Maschinen löst die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 die bisherige Richtlinie ab dem 20. Januar 2027 ohne Übergangsfrist ab (Quelle: IHK) — was die Maschinenverordnung ab 2027 von Händlern verlangt, ordnen wir in einem eigenen Beitrag ein. Und: Fällt ein Produkt unter keine Harmonisierungsvorschrift, darf das CE-Zeichen nicht angebracht werden — die Verordnung (EG) 765/2008 untersagt es ebenso wie Zeichen, die dem CE-Zeichen zum Verwechseln ähnlich sehen (Quelle: EUR-Lex). Ein „freiwilliges" CE auf Deko-Artikeln oder Möbeln ist also kein Vertrauens-Bonus, sondern ein Rechtsverstoß.

3. Wer trägt welche Pflichten? Die Kette bis zum Händler

Der EU-Rechtsrahmen verteilt die Pflichten entlang der Lieferkette. Der Beschluss Nr. 768/2008/EG definiert dafür Muster-Pflichten, die sich in fast allen produktspezifischen Rechtsakten wiederfinden (Quelle: EUR-Lex):

Rolle Kernpflichten
Hersteller Führt die Konformitätsbewertung durch, erstellt technische Unterlagen und EU-Konformitätserklärung, bringt die CE-Kennzeichnung an und nennt Name und Kontaktanschrift am Produkt.
Bevollmächtigter Nimmt schriftlich übertragene Herstellerpflichten in der EU wahr — etwa Unterlagen für die Marktüberwachung bereithalten.
Importeur (Einführer) Bringt nur konforme Produkte in die EU, prüft, dass der Hersteller Konformitätsbewertung und Unterlagen erledigt hat, und setzt den eigenen Namen samt Anschrift auf Produkt oder Verpackung.
Händler Prüft vor der Bereitstellung mit gebührender Sorgfalt, dass CE-Kennzeichnung, erforderliche Unterlagen sowie Hersteller- und Importeur-Angaben vorhanden sind.
Online-Marktplatz Steht seit der GPSR stärker in der Pflicht, gemeldete gefährliche Produkte zu entfernen und mit Behörden zu kooperieren.

Wie lange Nachweise vorzuhalten sind, konkretisiert der jeweilige Rechtsakt. Die Niederspannungsrichtlinie etwa verpflichtet Hersteller, technische Unterlagen und EU-Konformitätserklärung zehn Jahre ab dem Inverkehrbringen aufzubewahren; Importeure halten ebenso lange eine Kopie für die Marktüberwachung bereit (Quelle: Richtlinie 2014/35/EU). Bemerkenswert für Händler: Dieselbe Richtlinie verlangt von ihnen ausdrücklich zu prüfen, ob Hersteller und Einführer ihre Kennzeichnungs-Angaben erfüllt haben — die Sorgfaltspflicht endet also nicht beim CE-Logo.

4. Die Importeurs-Falle: Drittland-Import und Eigenmarke

Die teuerste Fehleinschätzung im E-Commerce klingt harmlos: „Ich verkaufe ja nur." Sobald Sie Ware direkt aus einem Drittland — etwa China oder Großbritannien — in die EU einführen, sind Sie rechtlich Einführer mit eigenen Pflichten: Sie dürfen nur konforme Produkte einführen, müssen prüfen, dass der Hersteller Konformitätsbewertung und Unterlagen erledigt hat, und Ihren eigenen Namen samt Anschrift auf Produkt oder Verpackung setzen (Quelle: Beschluss 768/2008/EG). Hat der Hersteller die Kennzeichnung versäumt, sind Sie als Importeur dafür verantwortlich (Quelle: Trusted Shops).

Noch eine Stufe schärfer ist die Eigenmarken-Regel: Wer ein Produkt unter eigenem Namen oder eigener Marke in Verkehr bringt — oder es so verändert, dass die Konformität berührt sein kann — gilt rechtlich selbst als Hersteller, mit allen Pflichten von der Konformitätsbewertung bis zur Konformitätserklärung (Quelle: Beschluss 768/2008/EG, Art. R6). Das trifft viele Private-Label-Modelle, und auch wer per Streckengeschäft aus Fernost verkauft, rutscht schnell in die Importeurs-Rolle — die Risiken haben wir im Beitrag zu Dropshipping in Deutschland eingeordnet.

Seit dem 16. Juli 2021 kommt eine Marktzugangs-Hürde dazu: Für viele CE-pflichtige Produktgruppen darf ein Produkt nur in Verkehr gebracht werden, wenn ein in der EU niedergelassener Wirtschaftsakteur dafür verantwortlich ist — der Hersteller, ein Einführer, ein Bevollmächtigter oder ein Fulfilment-Dienstleister. Dessen Name und Postanschrift müssen auf dem Produkt, der Verpackung oder einem Begleitdokument stehen (Quelle: Verordnung (EU) 2019/1020, Art. 4). Ware ohne EU-Ansprechpartner ist damit faktisch nicht verkehrsfähig — ein Punkt, den auch Marktplätze zunehmend kontrollieren.

Neben der CE-Pflicht schlägt bei Drittland-Ware inzwischen auch die Kostenseite zu Buche: Was der Import aus dem Drittland seit Juli 2026 kostet, hat sich mit dem Wegfall der 150-Euro-Zollfreigrenze spürbar verändert — ein Faktor, den Einführer bei der Kalkulation zusätzlich zu den Konformitätspflichten einplanen sollten.

5. Was Händler vor dem Listing prüfen sollten

Als reiner Händler müssen Sie keine Konformitätsbewertung durchführen — aber Sie dürfen nur Produkte anbieten, bei denen die Kette stimmt. Diese fünf Schritte haben sich in der Praxis bewährt:

01

Kennzeichnungspflicht klären

Prüfen Sie je Artikel, ob ein Harmonisierungsrechtsakt greift — etwa für Spielzeug, Elektronik oder Funkgeräte. Nur dann gehört CE aufs Produkt; auf allen anderen Produkten ist das Zeichen verboten.

02

Kennzeichnung und Angaben am Produkt prüfen

Ist das CE-Zeichen dauerhaft angebracht? Stehen Name und Anschrift des Herstellers — und bei Drittland-Ware des Importeurs — am Produkt? Liegen deutsche Anleitung und Warnhinweise bei? Ohne diese Basis kein Listing.

03

EU-Konformitätserklärung anfordern

Lassen Sie sich die EU-Konformitätserklärung vom Lieferanten geben und archivieren Sie sie am Artikel. Marktüberwachung und Marktplätze fragen genau diese Nachweise an — teils mit kurzer Frist.

04

EU-Ansprechpartner sicherstellen

Viele CE-Produkte brauchen einen in der EU niedergelassenen Wirtschaftsakteur — Hersteller, Importeur, Bevollmächtigten oder Fulfilment-Dienstleister. Ohne ihn darf die Ware nicht in Verkehr gebracht werden.

05

Nachweise als Produktdaten pflegen

Hersteller-Angaben, Warnhinweise und Konformitätsnachweise gehören als Datenfelder in Warenwirtschaft oder PIM — nicht ins E-Mail-Postfach. So spielen Shop und Marktplatz die Pflichtangaben automatisch aus.

Eine Stolperfalle liegt zusätzlich im Marketing: Werben Sie nicht mit „CE-geprüft" oder „CE-zertifiziert". Beides erweckt den Eindruck, eine unabhängige Stelle habe das Produkt geprüft — tatsächlich erklärt der Hersteller die Konformität in der Regel selbst. Solche Werbeaussagen gelten deshalb als irreführend und abmahngefährdet (Quelle: Trusted Shops).

Der Schritt mit dem größten Langzeit-Nutzen ist die Datenseite: Hersteller-Angaben, Warnhinweise und Konformitätsnachweise gehören als strukturierte Felder an den Artikel — in der Warenwirtschaft oder einem PIM-System. Dann lassen sich Pflichtangaben in Shop und Marktplatz automatisch ausspielen, und bei einer Behörden- oder Marktplatz-Anfrage liegt der Nachweis in Sekunden vor statt in einem E-Mail-Archiv.

Bei Elektro-, Batterie- und Textilprodukten gehört zur Checkliste zusätzlich ein Blick über die CE-Kennzeichnung hinaus: die WEEE- und Batterie-Registrierung des Lieferanten prüfen — ohne eingetragene Registrierungsnummer drohen ähnlich harte Vertriebsverbote wie bei fehlender CE-Kennzeichnung.

CE-Kennzeichnung auf einen Blick
  • RechtsrahmenVO (EG) 765/2008 + Beschluss 768/2008/EG
  • BedeutungKonformitätserklärung des Herstellers — kein Prüfsiegel
  • Pflicht fürHarmonisierte Produktgruppen (Spielzeug, Elektro, Funk …)
  • Mindesthöhe5 mm — sichtbar, lesbar, dauerhaft
  • Seit 16.07.2021EU-Wirtschaftsakteur Pflicht (Art. 4 VO 2019/1020)

Quellen: Europäische Kommission — CE-Kennzeichnung und EUR-Lex — Verordnung (EG) Nr. 765/2008 (öffnen in neuem Tab). Stand: Juli 2026 — Angaben ohne Gewähr. Die vollständige Quellenliste finden Sie am Ende des Beitrags.

6. CE und GPSR: Wie beides zusammenspielt

Seit dem 13. Dezember 2024 gilt zusätzlich die Produktsicherheitsverordnung GPSR (EU) 2023/988 für Verbraucherprodukte (Quelle: EUR-Lex). Die Arbeitsteilung: Die CE-Welt regelt die Konformität harmonisierter Produkte — Bewertungsverfahren, Kennzeichnung, Akteurs-Pflichten. Die GPSR wirkt als Sicherheitsnetz für Produkte ohne eigene Harmonisierungsvorschrift und ergänzt die harmonisierte Welt um allgemeine Sicherheitspflichten. Welche Meldepflichten, Pflichtangaben im Online-Angebot und welche verantwortliche Person die GPSR verlangt, haben wir separat im Beitrag zur GPSR für Online-Händler aufgeschlüsselt.

Für Ihren Shop heißt das konkret: Das CE-Zeichen gehört aufs Produkt — eine Pflicht, es auf der Produktseite abzubilden, besteht nicht (Quelle: Trusted Shops). Die GPSR-Pflichtangaben wie Herstellerkontakt und Warnhinweise müssen dagegen sichtbar vor dem Kauf im Angebot stehen. Beide Pflichtenkreise speisen sich idealerweise aus denselben strukturierten Produktdaten.

Und der Blick nach vorn: Mit dem Digitalen Produktpass plant die EU, Konformitäts- und Produktdaten künftig per QR-Code direkt am Produkt abrufbar zu machen — die Datenbasis von heute wird also zur Pflicht-Infrastruktur von morgen. Getrennt davon bleibt die Verpackung: Deren eigene Konformitätspflichten regelt ab August 2026 die EU-Verpackungsverordnung PPWR — das CE-Zeichen hat auf dem Versandkarton dagegen nichts verloren.

7. Fazit: CE ist Kettenverantwortung — und ein Datenthema

Die CE-Kennzeichnung ist kein Gütesiegel, sondern eine Konformitätserklärung des Herstellers — und jede Rolle in der Kette trägt ihren Teil der Verantwortung: Hersteller bewerten und erklären, Importeure prüfen und kennzeichnen nach, Händler kontrollieren vor dem Listing. Wer aus Drittländern importiert oder unter Eigenmarke verkauft, übernimmt Herstellerpflichten — oft ohne es zu merken. Und ohne EU-Ansprechpartner ist viele Ware seit Juli 2021 gar nicht mehr verkehrsfähig. Dieselbe Weichenstellung entscheidet auch über die Haftung: Wer als Quasi-Hersteller gilt, haftet auch nach dem Produkthaftungsgesetz wie ein Hersteller — inklusive der ab Dezember 2026 verschärften Regeln.

Organisatorisch ist CE damit vor allem ein Datenthema: Wer Nachweise, Pflichtangaben und Warnhinweise strukturiert am Artikel pflegt, erfüllt Listing-Pflichten automatisch und antwortet Behörden wie Marktplätzen ohne Suchaktion. Wie Sie Sortiment, Prozesse und Produktdaten dafür aufstellen, besprechen wir gern im Rahmen unserer E-Commerce-Beratung — und wenn Sie über Amazon, eBay oder Otto expandieren, prüfen wir die Konformitäts-Anforderungen gleich mit: Beratung für internationale Marktplätze.

Hinweis: Dieser Artikel ist allgemeine Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Die genannten Rechtsakte, Pflichten und Fristen entsprechen dem Stand Juli 2026; produktspezifische Rechtsakte und nationales Recht können abweichende oder zusätzliche Anforderungen enthalten und sich ändern. Für Ihren konkreten Fall ziehen Sie bitte die offiziellen Quellen oder eine fachkundige Beratung heran.

8. Häufige Fragen zur CE-Kennzeichnung

Was sagt das CE-Zeichen aus?

Mit der CE-Kennzeichnung erklärt der Hersteller in eigener Verantwortung, dass sein Produkt die geltenden Anforderungen der einschlägigen EU-Harmonisierungsvorschriften erfüllt. Es ist eine rechtliche Konformitätserklärung gegenüber den Marktüberwachungsbehörden — kein Qualitätsurteil und keine Bestätigung einer unabhängigen Prüfstelle (Quellen: Verordnung (EG) 765/2008, EU-Kommission; Stand Juli 2026).

Wann ist eine CE-Kennzeichnung Pflicht?

Pflicht ist die CE-Kennzeichnung nur für Produkte, die unter harmonisierte EU-Rechtsvorschriften fallen — etwa Spielzeug, Elektro- und Funkgeräte, Maschinen, Medizinprodukte oder persönliche Schutzausrüstung. Ob Ihr Produkt erfasst ist, entscheidet der jeweilige produktspezifische Rechtsakt. Ohne CE dürfen solche Produkte nicht verkauft werden (Quellen: EU-Kommission, IHK).

Wo muss das CE-Zeichen angebracht sein?

Sichtbar, lesbar und dauerhaft auf dem Produkt selbst, mindestens 5 mm hoch. Nur wenn das nicht möglich ist, darf es auf Verpackung oder Begleitunterlagen stehen. Eine Pflicht, das Zeichen zusätzlich im Online-Shop abzubilden, besteht nicht — die GPSR-Pflichtangaben im Angebot gelten aber unabhängig davon (Quellen: EU-Kommission, Trusted Shops).

Wann brauche ich keine CE-Kennzeichnung?

Wenn für Ihr Produkt keine harmonisierte EU-Vorschrift die Kennzeichnung vorsieht. Wichtig: Auf solchen Produkten ist das CE-Zeichen sogar verboten — es darf nur angebracht werden, wo Rechtsakte es ausdrücklich vorschreiben. Für die Sicherheit dieser Produkte gilt stattdessen die allgemeine Produktsicherheitsverordnung GPSR (Quellen: Verordnung (EG) 765/2008, EU-Kommission).

Ist das CE-Zeichen ein Prüfsiegel?

Nein. Die CE-Kennzeichnung bringt der Hersteller oder sein Bevollmächtigter selbst an — eine zentrale EU-Stelle, die dafür ein Zertifikat erteilt, gibt es nicht. Nur wenn der jeweilige Rechtsakt es vorschreibt, prüft eine benannte Stelle mit; dann steht ihre vierstellige Kennnummer neben dem Zeichen (Quellen: EU-Kommission, Verordnung (EG) 765/2008).

Wie kann ich als Händler eine CE-Kennzeichnung überprüfen?

Prüfen Sie, ob das Zeichen korrekt und dauerhaft am Produkt sitzt, ob Hersteller- und gegebenenfalls Importeur-Angaben mit Anschrift vorhanden sind und ob Anleitung und Warnhinweise in deutscher Sprache beiliegen. Fordern Sie zusätzlich die EU-Konformitätserklärung Ihres Lieferanten an und archivieren Sie sie am Artikel (Quellen: Beschluss 768/2008/EG, Trusted Shops).

Was passiert, wenn ich Produkte ohne CE-Kennzeichnung verkaufe?

Kennzeichnungspflichtige Produkte ohne CE dürfen nicht in Verkehr gebracht werden: Behörden können den Vertrieb untersagen und Rücknahmen anordnen, bei schweren Verstößen sind sogar strafrechtliche Sanktionen möglich. Dazu kommen Marktplatz-Sperrungen und wettbewerbsrechtliche Abmahnungen. Konkrete Bußgeldhöhen regelt das nationale Recht (Quellen: Verordnung (EG) 765/2008, Trusted Shops).

9. Quellen & offizielle Informationen

Die Angaben in diesem Beitrag stützen sich auf folgende offizielle und fachliche Quellen (Stand Juli 2026). Externe Quellen öffnen in einem neuen Tab.

Konformitätserklärungen noch im E-Mail-Postfach? Wir zeigen Ihnen, wie CE-Nachweise, Hersteller-Angaben und Warnhinweise als Produktdaten in Warenwirtschaft und Shop landen — einmal gepflegt, überall ausgespielt.

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