Google AI Overviews sind KI-generierte Zusammenfassungen über den klassischen Suchtreffern. Google erzeugt sie aus dem normalen Suchindex und verlinkt dabei die verwendeten Quellen. Sie erscheinen vor allem bei erklärungsbedürftigen Fragen. Unabhängige Studien zeigen deutlich niedrigere Klickraten, sobald eine AI Overview erscheint — messen lässt sich das in der Search Console bisher nur teilweise.
- Start in Deutschland25. März 2025 (Google)
- Verbreitungrund 20 % der Keywords (SISTRIX, 02/2026)
- Klickrate Position 127 % ohne, 11 % mit AI Overview (SISTRIX, 02/2026)
- MessungKlicks im Suchtyp „Web", KI-Bericht nur mit Impressionen
- Sondermarkuplaut Google nicht erforderlich
1. Was AI Overviews sind — und wie Google sie erzeugt
Eine AI Overview ist ein kurzer, automatisch erzeugter Antworttext, den Google über die klassische Trefferliste setzt. Auf Deutsch heißt die Funktion „Übersicht mit KI". Rechts oder darunter stehen Links zu den Seiten, aus denen die Aussagen stammen. In Deutschland ist die Funktion seit dem 25. März 2025 verfügbar; zum Start sah sie laut Google jeder angemeldete Nutzer ab 18 Jahren, sobald Googles Systeme sie für hilfreich hielten.
Wichtiger als die Optik ist die Mechanik dahinter, denn sie erklärt, warum manche Seiten zitiert werden und andere nicht. Vier Schritte laufen ab:
Die Frage wird zerlegt
Google beantwortet Ihre Suchanfrage nicht in einem Zug. Das System zerlegt sie in mehrere Teilfragen und startet dafür parallel eigene Suchen. Google nennt dieses Verfahren „Query-Fan-out".
Der normale Index liefert
Für jede Teilfrage sucht Google im regulären Suchindex nach passenden Seiten. Eine AI Overview ersetzt die klassische Suche also nicht, sondern setzt technisch auf ihr auf.
Das Modell formuliert
Ein Sprachmodell fasst die gefundenen Inhalte zu einem kurzen Text zusammen. SISTRIX beobachtet, dass sich dieser Text häufig wöchentlich ändert, während die zitierten Quellen deutlich stabiler bleiben.
Quellen werden verlinkt
Neben der Antwort stehen Links zu den Seiten, aus denen die Aussagen stammen. Google beschreibt als Ziel eine breitere und vielfältigere Auswahl an Links als in der klassischen Trefferliste.
Aus Schritt 2 folgt die vielleicht wichtigste Erkenntnis für Ihre Planung: AI Overviews sind kein zweites, paralleles Google. Sie greifen auf denselben Index zu, den auch die klassische Suche nutzt. Wer technisch nicht sauber indexierbar ist, taucht in beiden Welten nicht auf. Die Grundlagen dafür stehen in unserem Leitfaden zur SEO-Optimierung.
2. Welche Suchanfragen eine AI Overview auslösen
Google blendet die Zusammenfassung nicht überall ein. Laut Google Search Central sollen AI Overviews Nutzern helfen, den Kern eines komplizierten Themas schneller zu erfassen. Entsprechend sortiert sich, wo sie erscheinen und wo nicht.
Typische Auslöser:
- Erklärfragen wie „Was ist …" oder „Wie funktioniert …" — Sachverhalte, die eine Zusammenfassung vertragen.
- Anleitungen mit mehreren Schritten, etwa „Wie richte ich … ein" oder „Wie stelle ich … um".
- Vergleiche und Abwägungen, bei denen es keine einzige richtige Antwort gibt.
- Recherchefragen, für die Google Informationen aus mehreren Seiten zusammentragen muss.
- Long-Tail-Suchen: SISTRIX misst hier eine höhere Quote als im Durchschnitt — rund 30 % statt 20 % (Stand: Februar 2026).
Deutlich seltener erscheinen sie bei:
- Navigationssuchen, bei denen jemand gezielt eine bestimmte Website ansteuert.
- Einfachen Markenanfragen, für die Google längst eine eindeutige Antwort kennt.
- Vielen reinen Shopping- und Produktsuchen mit klarer Kaufabsicht (Beobachtung: SISTRIX, Stand Februar 2026).
Für Onlinehändler ist das eine gute Nachricht mit Einschränkung. Ihre Kategorie- und Produktseiten mit klarer Kaufabsicht sind bislang seltener betroffen. Ihr Ratgeber-Content dagegen, der Kunden früh in der Recherchephase abholt, steht mitten im Feuer — und genau dieser Content trägt in vielen Shops den größten Teil des organischen Einstiegstraffics.
3. Was AI Overviews mit den Klicks machen: die Studienlage
Zu diesem Punkt kursieren viele dramatische Prozentzahlen ohne Herkunft. Sinnvoll sind nur Zahlen, bei denen Datenbasis, Markt und Stand bekannt sind. Die folgende Übersicht stellt vier belegte Positionen nebeneinander — drei unabhängige Analysen und die Sicht des Herstellers selbst.
| Quelle | Datenbasis | Kernbefund | Stand |
|---|---|---|---|
| SISTRIX (Deutschland) | über 100 Millionen Keywords im deutschen Markt | AI Overview bei rund 20 % der Keywords. Die Klickrate auf Position 1 fällt von 27 % auf 11 %. Hochgerechnet gehen rund 265 Millionen organische Klicks pro Monat verloren — etwa 6,6 % aller organischen Klicks in Deutschland. | Februar 2026 |
| Pew Research Center (USA) | 900 US-Erwachsene, 68.879 Google-Suchen aus März 2025 | Mit KI-Zusammenfassung klickten Nutzer bei 8 % der Besuche auf ein klassisches Ergebnis, ohne Zusammenfassung bei 15 %. Die Quellenlinks in der Zusammenfassung selbst wurden bei 1 % der Besuche angeklickt. | Juli 2025 |
| seoClarity (USA) | 362.000 Desktop-Suchanfragen mit AI Overview | Nur 32 % der zitierten Quellen standen gleichzeitig in den organischen Top 10. Ein gutes Ranking ist demnach weder Garantie noch zwingende Voraussetzung für eine Nennung. | Oktober 2025 |
| Google (Herstellerangabe) | keine veröffentlichte Datengrundlage | Google gibt an, Klicks von Ergebnisseiten mit AI Overview seien höherwertig: Nutzer verbrächten mehr Zeit auf der Zielseite. Zahlen zur Überprüfung dieser Aussage veröffentlicht Google nicht. | laufend |
Drei Dinge fallen auf. Erstens zeigen alle unabhängigen Analysen in dieselbe Richtung: Erscheint eine AI Overview, wird weniger geklickt. Zweitens ist die Höhe des Effekts stark themenabhängig. SISTRIX beziffert den Klickverlust für Rezeptseiten auf etwa 1 %, für Eltern- und Babyportale dagegen auf über 24 %. Die deutschsprachige Wikipedia verliert absolut die meisten Klicks — 31,6 Millionen im Monat — was aber nur 5,56 % ihres Google-Traffics entspricht.
Drittens widerspricht Google nicht der Beobachtung, sondern ihrer Bewertung. Das Unternehmen erklärt, Klicks aus Ergebnisseiten mit AI Overview seien höherwertig, weil Nutzer mehr Zeit auf der Zielseite verbrächten, und Menschen besuchten insgesamt eine größere Vielfalt an Websites. Beides ist plausibel und beides lässt sich von außen nicht überprüfen, weil Google keine Zahlen dazu veröffentlicht. Ein Ausgleich für ausbleibende Besuche ist es ohnehin nicht.
4. Warum die Zahlen so weit auseinandergehen
Wer mehrere Beiträge zum Thema liest, findet Werte zwischen „kaum spürbar" und „Halbierung". Das liegt selten an schlechter Arbeit, sondern fast immer an drei Unterschieden, die man beim Lesen mitdenken muss.
Unterschiedliche Bezugsgrößen. Der Rückgang der Klickrate auf Position 1 von 27 % auf 11 % klingt nach einer Katastrophe. Der Gesamtverlust über alle Keywords beträgt in derselben SISTRIX-Analyse rund 6,6 %. Beide Zahlen sind korrekt, sie messen nur nicht dasselbe. Wer sie vermischt, kommt zu falschen Schlüssen.
Unterschiedliche Märkte und Zeitpunkte. Pew hat das Verhalten von US-Nutzern im März 2025 beobachtet, SISTRIX den deutschen Keyword-Markt Anfang 2026. Zwischen beiden Erhebungen liegt fast ein Jahr, in dem Google die Funktion mehrfach umgebaut hat. Eine Zahl aus dem Jahr 2025 beschreibt nicht zwingend die Situation heute.
Modellierung statt Messung. Absolute Klickverluste werden in aller Regel aus Klickraten-Kurven hochgerechnet, nicht an echten Serverlogs gemessen. Das ist ein legitimes Verfahren und bleibt trotzdem eine Schätzung mit Annahmen.
Selbst die scheinbar einfache Frage, ob AI-Overview-Quellen aus den Top 10 stammen, wird uneinheitlich beantwortet. seoClarity kam im Oktober 2025 auf eine Überschneidung von 32 % und beobachtete zugleich, dass der Anteil der Fälle, in denen alle zitierten Quellen aus den Top 10 kamen, zwischen Mai und Oktober 2025 von 19 % auf 6 % fiel. Für Ihre Entscheidungen heißt das: Nehmen Sie die Richtung ernst, übertragen Sie aber keine fremde Prozentzahl auf Ihr Projekt. Die einzige Zahl, die für Sie zählt, steht in Ihrer eigenen Search Console.
5. Den Effekt in der Search Console messen — und wo sie an Grenzen stößt
Google zählt AI Overviews im Leistungsbericht genauso mit wie Featured Snippets oder Karussells. Nach der offiziellen Dokumentation gilt: Ein Klick auf einen externen Link innerhalb der AI Overview zählt als Klick. Für eine Impression muss der Link sichtbar gescrollt oder aufgeklappt worden sein. Und die gesamte AI Overview belegt genau eine Position — alle Links darin bekommen dieselbe zugewiesen. Sämtliche dieser Daten laufen in den Suchtyp „Web".
Damit ist auch die Grenze benannt: Es gibt im Standard-Leistungsbericht keinen Filter, der AI-Overview-Klicks getrennt ausweist. Seit Juni 2026 existiert zwar ein eigener Bericht zu generativer KI, der Impressionen aus AI Overviews und dem KI-Modus zeigt. Er liefert jedoch ausschließlich Impressionen — aufgeschlüsselt nach Seiten, Ländern, Geräten und Datum. Keine Klicks, keine Klickrate, keine Suchanfragen. Google rollt ihn zudem nur an einen Teil der Website-Betreiber aus, und Daten aus Search-Labs-Experimenten fehlen darin bewusst.
Aus dieser Datenlage lässt sich trotzdem ein belastbares Bild bauen. So gehen wir in Projekten vor:
- Zwölf Monate gegen zwölf Monate stellen. Vergleichen Sie im Leistungsbericht denselben Zeitraum des Vorjahres, damit Saisonalität Sie nicht in die Irre führt.
- Impressionen und Klicks getrennt betrachten. Das verräterische Muster ist nicht „alles fällt", sondern: Impressionen bleiben stabil oder steigen, Klicks sinken, die Klickrate bricht ein. Dann geht nicht Sichtbarkeit verloren, sondern der Klick.
- Nach Seitentyp segmentieren. Filtern Sie einmal auf Ihre Ratgeber- und Blog-Pfade und einmal auf Kategorie- und Produktseiten. Der Unterschied zwischen beiden ist meist deutlicher als jeder Gesamtwert.
- Query-Muster prüfen. Stellen Sie Suchanfragen mit „wie", „was" und „warum" den transaktionalen Anfragen gegenüber. Der Effekt konzentriert sich fast immer auf die erste Gruppe.
- Stichprobe in der echten Suche. Suchen Sie Ihre wichtigsten zwanzig Begriffe manuell und notieren Sie, ob eine AI Overview erscheint. Ohne diesen Abgleich raten Sie über die Ursache.
- Den KI-Bericht dazunehmen, sobald er verfügbar ist. Halten Sie die dortigen Impressionen gegen die Klicks derselben Seiten im Standard-Bericht — das ist der beste Näherungswert, den es aktuell gibt.
In unseren Projekten ziehen wir diese Reihen über die Search-Console-API statt über die Oberfläche, weil dort pro Abfrage nur 1.000 Zeilen ausgegeben werden und der Vergleich über viele Seiten sonst mühsam wird. Wie Sie die Search Console überhaupt sauber aufsetzen und ihre Berichte lesen, erklärt unser Praxis-Guide zur Google Search Console.
6. Was belegbar hilft, um als Quelle zitiert zu werden
Hier ist Googles eigene Aussage bemerkenswert deutlich: Es gebe keine zusätzlichen Anforderungen, um in AI Overviews oder im KI-Modus zu erscheinen, und auch keine speziellen Optimierungen. Man müsse keine neuen maschinenlesbaren Dateien, KI-Textdateien oder ein besonderes Markup erstellen. Wer Ihnen ein Geheimrezept für AI Overviews verkauft, verkauft Ihnen etwas, das der Hersteller ausdrücklich für unnötig erklärt.
Was bleibt, sind Grundlagen — die dafür aber wirklich wirken:
- Klassische Sichtbarkeit sichern. Auch wenn die Überschneidung mit den Top 10 laut seoClarity nur bei 32 % liegt: Wer gar nicht rankt, wird auch nicht zitiert. Der Index ist die gemeinsame Grundlage beider Welten.
- Antworten nach vorn stellen. Ein Absatz von 40 bis 60 Wörtern direkt unter der jeweiligen Frage lässt sich sauber entnehmen. Genau so ist auch dieser Artikel aufgebaut.
- Inhalte als Text ausliefern. Google verweist ausdrücklich darauf, dass Inhalte in Textform vorliegen sollen. Was erst per JavaScript nachgeladen wird, ist ein vermeidbares Risiko.
- Fakten belegen und datieren. Eine benannte Quelle und ein sichtbares Stand-Datum machen eine Aussage überprüfbar — für Leser wie für Maschinen.
- Themen vollständig abdecken. Weil der Query-Fan-out eine Frage in Teilfragen zerlegt, passt eine Seite, die auch die Nebenaspekte beantwortet, auf mehr dieser Teilfragen.
Für andere KI-Systeme außerhalb von Google gelten teils eigene Spielregeln, etwa beim Zugriff der Crawler. Wie Sie Inhalte systematisch zitierfähig aufbauen und Ihre Nennungen beobachten, beschreibt unser Beitrag zu Generative Engine Optimization. Eine Garantie auf eine Nennung gibt es dort so wenig wie hier — seriös ist nur die Arbeit an den Voraussetzungen.
7. AI Overviews abschalten oder ausschließen — was wirklich geht
Als Suchender können Sie AI Overviews nicht dauerhaft per Konto-Einstellung deaktivieren. Sie können in den Suchergebnissen aber den Filter „Web" wählen; er zeigt eine reine Linkliste ohne die KI-Zusammenfassung. Als Website-Betreiber steuern Sie Ihre Sichtbarkeit über dieselben Snippet-Regeln, die es seit Jahren gibt — mit jeweils spürbarer Nebenwirkung.
| Steuerung | Was sie bewirkt | Nebenwirkung |
|---|---|---|
nosnippet |
Google verwendet keinen Textauszug Ihrer Seite — weder in AI Overviews noch in der klassischen Trefferliste. | Das klassische Snippet entfällt ebenfalls. Der Treffer wirkt nackt, die Klickrate leidet in der Regel deutlich. |
max-snippet |
Begrenzt die Zeichenzahl, die Google aus Ihrer Seite übernehmen darf. | Gilt für alle Darstellungen gleichermaßen. Zu knappe Werte machen auch den regulären Treffer unattraktiv. |
data-nosnippet |
Schließt einzelne Abschnitte direkt im HTML von der Verwendung aus, der Rest der Seite bleibt nutzbar. | Feinsteuerung mit Pflegeaufwand: Jeder neue Abschnitt muss bewusst ausgezeichnet werden. |
noindex |
Die Seite verschwindet vollständig aus der Google-Suche. | Radikal: Mit der AI Overview verlieren Sie auch sämtliche organischen Rankings dieser Seite. |
Google-Extended |
Steuert in der robots.txt die Nutzung Ihrer Inhalte für Googles KI-Produkte außerhalb der Suche. | Wirkt nicht auf AI Overviews in der Suche — dafür ist ausschließlich die Snippet-Steuerung zuständig. |
Keine dieser Optionen ist für den Regelfall eine Empfehlung. Sie kaufen Unsichtbarkeit in der KI-Antwort mit Unsichtbarkeit in der klassischen Suche — und die klassische Suche bringt weiterhin den überwiegenden Teil des Traffics. Sinnvoll ist die Feinsteuerung per data-nosnippet allenfalls für einzelne Abschnitte, etwa exklusive Studienergebnisse oder Preislisten hinter einer Anmeldung.
8. AI Overview, KI-Modus und ChatGPT: der Unterschied
Die drei Begriffe werden oft in einen Topf geworfen, verhalten sich aber unterschiedlich — vor allem, wenn Sie messen wollen.
AI Overview
Kurze KI-Zusammenfassung oberhalb der Trefferliste. Erscheint automatisch bei passenden Fragen, stammt aus Googles Suchindex und verlinkt die verwendeten Seiten.
KI-Modus (AI Mode)
Eigener Dialog-Bereich in der Google-Suche. Nutzer stellen Rückfragen, Google arbeitet dabei mit derselben Fan-out-Technik. Auch diese Impressionen erfasst die Search Console.
ChatGPT und andere Assistenten
Eigenständige Werkzeuge außerhalb von Google. Sie erzeugen Text für eine Aufgabe, greifen nur teilweise live auf das Web zu und tauchen in keiner Search Console auf.
Der praktische Unterschied: Eine AI Overview ist an Googles Suchindex gebunden, beantwortet genau die eingegebene Anfrage und verlinkt die Seiten, aus denen sie schöpft. Ein Assistent wie ChatGPT erzeugt in erster Linie Text, um eine Aufgabe zu erledigen, und muss dafür keine Quelle nennen. Für die Messung ist das entscheidend: AI Overviews und den KI-Modus sehen Sie zumindest teilweise in der Search Console. Was in ChatGPT, Perplexity oder Microsoft Copilot auf Bing über Ihr Unternehmen gesagt wird, taucht dort nie auf — dafür brauchen Sie eigene, regelmäßige Stichproben. Wie sich der KI-Modus speziell in der Sichtbarkeit auswirkt, vertiefen wir separat im Beitrag zur Sichtbarkeit im Google-KI-Modus.
9. Fazit: Sichtbarkeit bleibt, der Klick wird knapper
AI Overviews sind kein neues Google neben dem alten, sondern eine neue Oberfläche auf demselben Index. Das ist die gute Nachricht: Ihre bisherige SEO-Arbeit ist nicht entwertet. Die unbequeme Nachricht steht daneben — bei erklärungsbedürftigen Suchanfragen wandert ein Teil der Antwort auf die Ergebnisseite, und ein Teil des Klicks bleibt dort. Wie groß dieser Teil bei Ihnen ausfällt, entscheidet sich an Ihrem Themenmix, nicht an einer Studienzahl. Für Händler geht die Entwicklung noch einen Schritt weiter: Perspektivisch fasst eine KI Produkte nicht nur zusammen, sondern kauft sie im Auftrag der Nutzer gleich mit ein — was das für Ihre Produktdaten bedeutet, ordnet unser Beitrag zu Agentic Commerce ein.
Der nächste Schritt ist deshalb keine Umbau-Aktion, sondern eine Messung: Impressionen gegen Klicks, Ratgeber gegen Shop, zwölf Monate gegen zwölf Monate. Erst wenn Sie wissen, welche Inhalte Klicks verlieren und welche stabil bleiben, lohnt sich die Diskussion über Umbau, Formate oder neue Themen. Genau diesen Abgleich machen wir in der SEO-Beratung mit KI-Analyse — mit Blick auf klassische Rankings und KI-Sichtbarkeit zugleich. Wie sich daraus eine Content- und Shop-Strategie ableitet, ordnen wir gemeinsam in der E-Commerce-Beratung ein. Welche Werkzeuge Sie dafür überhaupt brauchen, klärt unser Vergleich der SEO-Tools.
10. Häufige Fragen zu Google AI Overviews
Was sind Google AI Overviews?
AI Overviews sind KI-generierte Zusammenfassungen, die Google über den klassischen Suchtreffern einblendet. Google nennt sie auf Deutsch „Übersicht mit KI". Sie entstehen aus dem normalen Suchindex und verlinken die Seiten, aus denen die Aussagen stammen. In Deutschland sind sie seit dem 25. März 2025 verfügbar (Quelle: Google).
Was löst eine Google AI Overview aus?
Vor allem erklärungsbedürftige Fragen: Definitionen, mehrstufige Anleitungen, Vergleiche und Recherchefragen, für die Google Informationen aus mehreren Seiten zusammenträgt. Seltener erscheinen sie bei Navigations- und Markensuchen sowie bei vielen reinen Shopping-Anfragen. Bei Long-Tail-Suchen misst SISTRIX eine höhere Quote als im Durchschnitt (Stand: Februar 2026).
Wie kommt man in die AI Overviews von Google?
Google gibt an, dass es dafür keine zusätzlichen Anforderungen und keine speziellen Optimierungen gibt: keine KI-Dateien, kein Sondermarkup. Es zählen die klassischen Grundlagen — indexierbare Seiten, Inhalte in Textform, klare Struktur und belegte Fakten. Eine Aufnahme lässt sich nicht erzwingen und von niemandem garantieren.
Woher stammen die Inhalte in AI Overviews?
Aus dem regulären Google-Suchindex. Google zerlegt eine Frage in Teilfragen, startet dafür parallel eigene Suchen und fasst die gefundenen Seiten zusammen — das Verfahren heißt Query-Fan-out. Die AI Overview ersetzt die klassische Suche also nicht, sie setzt technisch auf ihr auf (Quelle: Google Search Central).
Kann man AI Overviews deaktivieren?
Einen dauerhaften Schalter im Google-Konto gibt es nicht. In den Suchergebnissen können Sie aber den Filter „Web" wählen, der eine reine Linkliste zeigt. Als Website-Betreiber schließen Sie Ihre Inhalte nur über die Snippet-Steuerung aus — dann entfällt allerdings auch das klassische Snippet.
Sind AI Overviews dasselbe wie ChatGPT?
Nein. Eine AI Overview ist an Googles Suchindex gebunden, beantwortet genau die eingegebene Suchanfrage und verlinkt die verwendeten Seiten. ChatGPT ist ein eigenständiger Assistent, der in erster Linie Text für eine Aufgabe erzeugt und nicht zwingend Quellen nennt. Beides messen Sie mit unterschiedlichen Mitteln.
Sieht man AI Overviews in der Google Search Console?
Nur teilweise. Klicks und Impressionen aus AI Overviews stecken im Suchtyp „Web" des Leistungsberichts, ohne eigenen Filter. Seit Juni 2026 gibt es zusätzlich einen Bericht zu generativer KI — er zeigt jedoch ausschließlich Impressionen, keine Klicks, keine CTR und keine Suchanfragen.
11. Quellen & weiterführende Informationen
Alle Zahlen in diesem Beitrag stammen aus den folgenden Quellen und wurden am 13. August 2026 geprüft. AI Overviews entwickeln sich schnell — prüfen Sie veränderliche Werte vor einer Entscheidung erneut. Externe Quellen öffnen in einem neuen Tab.
- Google Search Central — AI features and your website — Herstellerdokumentation zu Query-Fan-out, Snippet-Steuerung, Google-Extended und der Aussage, dass kein Sondermarkup nötig ist (Primärquelle).
- Search-Console-Hilfe — Impressionen, Position und Klicks — wie Google Klicks, Impressionen und die eine gemeinsame Position für AI Overviews zählt (Primärquelle).
- Search-Console-Hilfe — Bericht zu generativer KI (Suche) — Umfang und Grenzen des neuen Berichts: nur Impressionen, Dimensionen Seiten, Länder, Geräte und Datum (Primärquelle).
- Google Search Central Blog — Introducing Search Generative AI performance reports — Ankündigung des Berichts im Juni 2026 (Primärquelle).
- Google — AI Overviews kommen nach Europa (25. März 2025) — offizielle Ankündigung des Starts in Deutschland, Österreich, der Schweiz und weiteren Ländern (Primärquelle).
- SISTRIX — AI Overviews in Deutschland: So stark sinken die Klickraten wirklich (25. Februar 2026) — Analyse von über 100 Millionen Keywords mit den deutschen Marktzahlen (Fachquelle).
- Pew Research Center — Google users are less likely to click on links when an AI summary appears (22. Juli 2025) — Verhaltensstudie mit 900 US-Erwachsenen und 68.879 Suchanfragen (Fachquelle).
- seoClarity — The Overlap Between AI Overviews and Organic Rankings (Stand Oktober 2025) — Auswertung von 362.000 Suchanfragen zur Überschneidung von AIO-Quellen und Top-10-Rankings (Fachquelle).