Schnittstelle zu JTL-Wawi

JTL-Wawi API: Was sie kann, was sie kostet — und wann Ameise oder Workflows reichen

Die offizielle Schnittstelle zu JTL-Wawi ist mächtig, aber noch in der Beta, je nach Edition kostenpflichtig und im Betrieb ein eigener Dienst. Dieser Beitrag ordnet Status, Preise, Einrichtung, Rechte und Grenzen zum Stand vom 25. September 2026 — und zeigt, wann JTL-Ameise oder ein Workflow schneller ans Ziel führt.

Illustration: ein Server in der Mitte, verbunden mit einem Stecker, einem Schlüssel und einem Zahnrad
Open Beta Status laut JTL-Guide, Stand 25.09.2026 199 € / 99 € API-Modul im Monat in Advanced / Pro laut Preisseite 2.2.0 ab dieser Wawi-Version greifen Scopes

Die JTL-Wawi API ist die offizielle REST-Schnittstelle von JTL-Wawi. Über sie lesen und schreiben Drittsysteme Artikel, Aufträge, Kunden und Bestände. Am 25. September 2026 läuft sie laut JTL als Open Beta. Sie brauchen ein gebuchtes Modul, eine laufende Instanz und eine registrierte App. Für Massenimporte reicht oft JTL-Ameise, für Reaktionen in der Wawi ein Workflow.

Stand: 25. September 2026. Alle Angaben zu Status, Preisen, Versionen und Funktionen haben wir an diesem Tag bei JTL nachgelesen: im Guide, auf der Entwicklerplattform und auf der Preisseite. Die Schnittstelle ist in der Beta: Preise, Editionen und Endpunkte können sich mit dem offiziellen Release ändern. Die Quellen stehen am Ende des Beitrags.

1. Was die JTL-Wawi API ist — und wofür JTL sie gebaut hat

JTL beschreibt die Schnittstelle im Guide als REST-konform und als technische Grundlage für die Anbindung von Drittsystemen. Über eine laufende Instanz greift ein fremdes System automatisch auf die Daten der Wawi zu: ein Shop, eine Middleware, ein Marktplatz oder eigene Software. Artikel, Aufträge, Kunden und Bestände lassen sich so abrufen, ändern und neu anlegen.

Den Grund für den Bau nennt JTL in einem Blogbeitrag vom Juli 2023. Wer Fremdsysteme an die Wawi anbinden wollte, musste bis dahin direkt auf die Datenbank zugreifen. Die API soll das ersetzen, und zwar mit festen Endpunkten, die gleich bleiben, auch wenn sich die Datenbank darunter ändert. Damals startete eine geschlossene Testphase mit etwa zehn Pilotkunden. Drei Jahre später ist die Schnittstelle für alle zugänglich, aber offiziell noch nicht veröffentlicht.

Die JTL-Wawi API im Steckbrief (JTL-Guide, Entwicklerplattform, Preis- und Downloadseite, geprüft am 25. September 2026)
Merkmal Stand am 25. September 2026
Art der Schnittstelle REST. Laut Entwicklerplattform gibt es für dieselben Daten zusätzlich einen GraphQL-Zugang.
Status Open Beta. Die Nutzung läuft über das Pilotprogramm im JTL-Kundencenter.
Betrieb Eine eigene Instanz auf Ihrem Rechner oder Server, eingerichtet im JTL-Administrator.
Einrichtung per Oberfläche Ab JTL-Wawi 1.10. Ältere Versionen starten die API über die Kommandozeile.
Anmeldung im Haus Ein dauerhafter API-Schlüssel nach einer Registrierung in der Wawi. Er wird nur einmal angezeigt.
Rechte Scopes je Bereich. Durchgesetzt werden sie laut JTL erst ab JTL-Wawi 2.2.0.
API-Version Seit dem 5. März 2026 ist 2.0 der Standard der Referenz. Der Wechsel von 1.x ist ein Bruch.
Neueste stabile Wawi JTL-Wawi 2.1.1 vom 14. September 2026 laut Downloadseite.

2. Was die JTL-Wawi API kostet: zwei JTL-Quellen, zwei Antworten

„JTL-Wawi API Kosten" gehört zu den verwandten Suchanfragen, die Google zum Thema anzeigt. Die ehrliche Antwort hat zwei Teile, denn JTL sagt an zwei Stellen Verschiedenes. Beide Aussagen waren am 25. September 2026 gleichzeitig online.

Die Preisseite führt in ihrer Funktionstabelle die Zeile „REST-API JTL-Wawi" mit dem Zusatz Beta:

Die Zeile „REST-API JTL-Wawi" in der Funktionstabelle der JTL-Preisseite, abgerufen am 25. September 2026. Die Seite nennt nicht, ob die Beträge netto oder brutto gelten.
Edition REST-API JTL-Wawi laut Preisseite
JTL Start Nicht verfügbar.
JTL Advanced 199 € im Monat.
JTL Pro 99 € im Monat.
JTL Enterprise Enthalten. Die Edition selbst trägt den Preis „auf Anfrage".

Auffällig ist die Staffel: In der größeren Edition Pro kostet das Modul weniger als in Advanced. Die Summe aus Edition und Modul rechnen Sie am besten mit dem aktuellen Angebot aus dem Kundencenter nach. Die Grundpreise der Editionen geben wir hier bewusst nicht wieder, weil die Preisseite sie zwischen Monats- und Jahresvertrag umschaltet.

Der JTL-Guide sagt dagegen auf seinen Anleitungsseiten zur API: Die Schnittstelle ist in der Open Beta und bis zum offiziellen Release im Rahmen des Pilotprogramms kostenfrei. Nach dem Release steht sie je nach Edition möglicherweise nicht zur Verfügung. Die allgemeine Guide-Seite zum Pilotprogramm ergänzt den Rahmen. Beta-Produkte sind danach in der Regel kostenfrei und werden nach dem Start einer Edition zugeordnet. Welche das ist, steht nicht zwingend von Anfang an fest.

Wie passt das zusammen? Unsere Lesart: Die Kostenfreiheit ist eine Übergangsregel der Beta, die Preisseite zeigt die Richtung danach. Kalkulieren Sie ein Projekt deshalb mit dem Modulpreis Ihrer Edition, nicht mit null. Wer heute in der Beta startet, baut auf einer Grundlage, deren Konditionen sich noch ändern können.

Die Lizenz ist dabei kein reines Vertragsthema. Die Spezifikation führt bei vielen Endpunkten den Statuscode 402 mit der Bedeutung: keine Lizenz vorhanden oder die App ist von JTL nicht freigegeben. Gebucht wird im JTL-Kundencenter. Zuerst nehmen Sie unter Partnerbereich > Pilotprogramm am Eintrag „JTL-Wawi API (Open Beta)" teil. Dann buchen Sie unter Bestellungen & Lizenzen > Warenwirtschaft > Module das Modul „JTL-Wawi API (Beta)".

Zu den Lizenzkosten kommen Entwicklung und Betrieb der Anbindung. Eine Pauschale nennen wir dafür nicht, denn der Aufwand hängt an den Sonderfällen Ihrer Daten, nicht an der Schnittstelle. Welche Punkte eine Schätzung treiben, haben wir im Beitrag zu API-Schnittstellen und Webhooks zusammengestellt.

3. Voraussetzungen und die eigene Instanz

Die API ist keine Adresse, die einfach da ist. Sie läuft als eigener Dienst neben der Wawi, und diesen Dienst richten Sie selbst ein. Ab JTL-Wawi 1.10 geschieht das im JTL-Administrator, der mit der Wawi ausgeliefert wird. Für ältere Versionen beschreibt der Guide den Start über die Kommandozeile. Als Windows-Dienst funktioniert das dort ab Version 1.9.

Im Dialog einer neuen Instanz legen Sie fünf Dinge fest:

  • Profil und Mandant. Die API arbeitet immer für genau einen Mandanten. Bei einer Standardinstallation ist „eB-Standard" vorgewählt.
  • Schnittstelle. 127.0.0.1 lässt nur Programme auf demselben Rechner zu. Die lokale IP-Adresse öffnet das Firmennetz, 0.0.0.0 alle verfügbaren Schnittstellen.
  • Port. Standard ist 5883. Soll die API aus dem Internet erreichbar sein, müssen Sie den Port zusätzlich im Router freigeben.
  • Zertifikat. Mit Zertifikat verarbeitet die API nur noch HTTPS. Der Dialog kann ein selbstsigniertes Zertifikat erzeugen.
  • Betriebsart. Manuell starten oder als Windows-Dienst, der mit dem Rechner hochfährt — wahlweise unter einem eigenen Windows-Konto.

Unser Rat aus der Praxis: Wählen Sie die engste Schnittstelle, die Ihr Fall erlaubt, und nutzen Sie ein Zertifikat. Eine Instanz auf 0.0.0.0 mit Portfreigabe ins Internet ist genau die Lage, die im Abschnitt zu den Scopes heikel wird. Ob die Instanz läuft, sehen Sie im JTL-Administrator in der Spalte Status. Oder im Browser: Ab Version 2.0 liegt die Swagger-Übersicht unter dem Pfad /api/eazybusiness/swagger/, bis 1.9 unter /swagger. Dort listet die Instanz alle Routen auf, die sie kennt.

Im Haus oder über die JTL Cloud

Die Entwicklerplattform beschreibt zwei Wege zur selben Schnittstelle. Im Haus spricht Ihre Anwendung die Instanz direkt im lokalen Netz an und meldet sich mit einem dauerhaften API-Schlüssel an. Über die JTL Cloud geht die Anfrage an einen öffentlichen Endpunkt von JTL, der sie an Ihre Wawi weiterreicht. Angemeldet wird dort per OAuth mit einem Token, das rund 24 Stunden gilt.

Wichtig für die Planung: Auch der Weg über die Cloud braucht die lokale Instanz. JTL schreibt ausdrücklich, dass die Kopplung der Wawi mit der JTL Cloud allein nicht genügt. Die API muss zusätzlich eingerichtet sein und laufen. Ereignisse per Webhook führt die Entwicklerplattform als Funktion für Cloud-Apps. Wie sich die Anmeldeverfahren im Einzelnen unterscheiden, zeigt die Übersicht im Beitrag zur Authentifizierung bei Schnittstellen.

4. Eine App registrieren: vier Schritte

Eine Anwendung darf erst dann mit der Wawi sprechen, wenn Sie sie dort registriert haben. Der Weg dahin hat vier Stationen:

  1. Lizenz buchen: Pilotprogramm beitreten, Modul im Kundencenter buchen.
  2. Instanz starten: Im JTL-Administrator anlegen und Status prüfen.
  3. Registrierung öffnen: In der neuen Oberfläche Admin, App-Registrierung, Hinzufügen.
  4. Schlüssel sichern: Anfrage senden, in der Wawi bestätigen, Schlüssel abholen.

Am vierten Schritt hängen Projekte am häufigsten, weil zwei Seiten zusammenspielen müssen. Den Dialog gibt es laut Guide nur in der neuen Oberfläche von JTL-Wawi, die noch als Beta gekennzeichnet ist. Dort öffnen Sie über Admin > App-Registrierung den Assistenten, und er wartet dann auf eine Anfrage. Erst jetzt schickt Ihre Anwendung ihre Daten an die Schnittstelle: Kennung, Name, Beschreibung, Version, Anbieter, Website, benötigte Scopes und ein Symbol. Im Kopf der Anfrage steht ein frei gewählter Prüfcode mit höchstens 30 Zeichen. Er muss bei allen Anfragen der Registrierung gleich bleiben.

Die Wawi zeigt daraufhin die Angaben der App. Sie tragen einen Benutzernamen ein, in dessen Namen die App später handelt. JTL empfiehlt dafür einen eigenen Namen statt Ihres Wawi-Benutzers, damit Aktionen der App erkennbar bleiben. Sie vergeben die optionalen Rechte und schließen ab. Danach holt die Anwendung ihren Schlüssel ab. Er wird genau einmal ausgeliefert. Wer ihn verliert, registriert neu.

Was die Registrierung zurückmelden kann (Spezifikation der API-Version 2.0 auf der JTL-Entwicklerplattform, 25. September 2026; letzte Spalte aus unserer Einordnung)
Code Bedeutung laut Spezifikation Was Sie tun
402 Keine Lizenz vorhanden, oder JTL hat die App nicht freigegeben. Modul im JTL-Kundencenter prüfen.
403 Kein Dienst nimmt die Anfrage entgegen. Assistenten in der Wawi öffnen, dann erneut senden.
409 Eine App mit dieser Kennung ist schon registriert. Bestehende Registrierung prüfen oder Kennung ändern.
410 Die Anfrage wurde bereits bearbeitet und beantwortet. Eine neue Registrierung starten.

Ein Hinweis zur Dokumentation selbst: Die Entwicklerplattform nennt für dieselbe Anfrage an zwei Stellen unterschiedliche Feldnamen, und ihre Beispiele nutzen einen anderen Port als der Guide. Verlassen Sie sich im Zweifel auf die Spezifikation. Am besten ist die Swagger-Seite Ihrer eigenen Instanz, denn sie zeigt den Stand genau Ihrer Version.

5. Scopes: was eine App darf — und ab welcher Version das gilt

Jede App erklärt bei der Registrierung, welche Rechte sie braucht. Ein Scope folgt dem Muster bereich.recht, etwa items.read für das Lesen von Artikeln. Es gibt drei Rechte: read für Abfragen, write für Anlegen, Ändern und Löschen, print für Ausgabe und Druck. Sie schließen einander nicht ein. Wer Artikel lesen und ändern will, beantragt beides.

Bei der Installation im Haus trennt die Anfrage zwischen Pflicht-Scopes und optionalen Scopes. Die Antwort mit dem Schlüssel listet, was tatsächlich gewährt wurde. Fehlt ein optionaler Scope, muss Ihre App ohne die zugehörige Funktion auskommen. Nachträglich ändern lässt sich die Liste nicht: Für mehr Rechte registrieren Sie neu, und der alte Schlüssel wird ungültig.

Ein Detail verdient besonderen Nachdruck. Laut JTL-Entwicklerplattform werden Scopes erst ab JTL-Wawi 2.2.0 beim Aufruf durchgesetzt. Auf älteren Versionen prüft die Wawi sie nur bei der Registrierung, schränkt die Aufrufe aber nicht ein. Die neueste stabile Version auf der Downloadseite war am 25. September 2026 die 2.1.1.

Was heißt das praktisch? Auf einer stabilen Version ist ein API-Schlüssel mächtiger, als seine Scope-Liste vermuten lässt. Behandeln Sie jeden Schlüssel deshalb wie einen Generalschlüssel. Verwahren Sie ihn sicher, geben Sie ihn nur an Personen, die ihn brauchen, und öffnen Sie die Instanz nicht weiter ins Netz als nötig. Beantragen Sie trotzdem nur die Scopes, die Sie wirklich brauchen. Spätestens ab 2.2.0 greift die Liste, und dann muss sie stimmen.

Zwei Scopes verdienen besondere Vorsicht. all.read erlaubt das Lesen aller Daten; JTL rät selbst davon ab. Und application.runas erlaubt Aufrufe im Namen eines anderen Wawi-Benutzers über den Kopf x-runas. Das ist nützlich für saubere Protokolle, aber ein Recht, das Sie bewusst vergeben sollten.

6. Was die API abdeckt — und wo sie endet

Welche Endpunkte es gibt, hängt an der API-Version. Seit dem 5. März 2026 zeigt die Referenz von JTL standardmäßig Version 2.0, und JTL empfiehlt sie für neue Projekte. Der Wechsel von 1.x ist ein Bruch: Laut JTL wurden Dutzende Endpunkte entfernt oder umgebaut. Im Haus wählen Sie die Version über den Kopf api-version. Fehlt er, greift unter Umständen die älteste unterstützte Version.

Was die Spezifikation der API-Version 2.0 vorsieht (erzeugt gegen JTL-Wawi 2.1.0; JTL-Entwicklerplattform, abgerufen am 25. September 2026)
Bereich Was die Spezifikation vorsieht Hinweis
Artikel Anlegen, ändern, lesen, kopieren. Variationen und Kategorien pflegen. Abfrage nach Änderungsdatum. Das Löschen von Artikeln sieht die Spezifikation nicht vor.
Bestand Bestände und Bestandsänderungen lesen, Korrekturbuchung. Chargen, MHD und Seriennummern abfragen. Je nach Artikel und Lager verlangt eine Buchung weitere Angaben, etwa Lagerplatz oder Charge.
Aufträge Anlegen, ändern, stornieren. Positionen und Notizen pflegen, Rechnung erzeugen, als PDF, Mail oder Druck ausgeben. Preise lassen sich vorab berechnen, ohne den Auftrag zu speichern.
Kunden Anlegen, ändern, löschen. Kontakte, Bankverbindungen, Notizen, Gruppen und Kategorien. Kundendaten sind personenbezogen. Rechte und Protokolle bewusst planen.
Rechnungen, Lieferscheine Lesen, stornieren, korrigieren, ausgeben. Paketdaten am Lieferschein anlegen und ändern. Rechnungen entstehen über den Auftrag.
Lager Lager und Lagerplätze lesen. Im WMS Picklisten anlegen und Positionen als gepickt melden. Viele Lagerfunktionen sind in dieser Version nur lesend.
Einkauf Lieferanten lesen. Bestellungen an Lieferanten tauchen erst in der Spezifikation 2.2 auf, erzeugt gegen eine Vorabversion von JTL-Wawi 2.3.
System Status und Abgleiche des JTL-Worker, Nummernkreise, Workflows auslösen. Siehe Abschnitt 8.

Für einen laufenden Abgleich ist die Abfrage nach Änderungsdatum der wichtigste Baustein. Statt jede Nacht alle Artikel zu holen, fragt Ihre Anwendung nur nach dem, was sich seit dem letzten Lauf geändert hat. Listen liefert die API seitenweise über Seitennummer und Seitengröße. Die Lücke beim Einkauf ist in Projekten mit Lieferantenanbindung dagegen spürbar. Wer Bestellungen an Lieferanten automatisch erzeugen will, wartet auf eine neuere Version oder bleibt bei einem anderen Weg.

7. API, Ameise, Workflow oder SQL? Entscheiden Sie nach der Aufgabe

Im Beitrag zu JTL-Workflows ordnen wir die Werkzeuge nach dem Auslöser: Ereignis, Uhrzeit oder Fremdsystem. Hier kommt die zweite Sicht dazu, die konkrete Aufgabe. Sechs typische Aufgaben aus Anbindungsprojekten:

Werkzeugwahl nach Aufgabe (Funktionen laut JTL-Guide und Spezifikation, geprüft am 25. September 2026; Zuordnung aus unseren Projekten)
Aufgabe Passendes Werkzeug Warum
Einmalige Datenübernahme aus dem Altsystem JTL-Ameise Vorlagengesteuerter CSV-Import für große Mengen. JTL nennt die Ameise selbst für Migrationen.
Täglich eine neue Preisliste vom Lieferanten JTL-Ameise über Kommandozeile und Aufgabenplaner Der Guide beschreibt genau diesen Weg. Ob die Kommandozeile enthalten ist, hängt an der Edition.
Auftrag ist bezahlt, der Lieferschein soll raus JTL-Workflow Ereignis, Bedingung, Aktion. Das läuft ohne Zusatzsoftware in der Wawi.
CRM, Tourenplanung oder Portal lesen und schreiben laufend JTL-Wawi API Viele kleine Schritte in beide Richtungen, mit eigenen Rechten je App.
Jeden Morgen um sieben einen Ablauf in der Wawi anstoßen API ruft einen manuellen Workflow auf Der Zeitgeber sitzt außerhalb, die Logik bleibt in der Wawi.
Kennzahlen für eine Auswertung Eigener Export der Ameise oder lesende API-Abfrage Lesen genügt. Schreibrechte wären hier ein unnötiges Risiko.

Zwei Grenzfälle sollten Sie kennen. Erstens verträgt sich ein Ameise-Import nicht mit einem laufenden Abgleich: Laut Guide darf der JTL-Worker beim Import nicht aktiv sein, sonst drohen Störungen und Datenverlust. Zweitens ist die API auf viele kleine Anfragen ausgelegt. Listen liefert sie Seite für Seite, Anlage und Änderung laufen meist Datensatz für Datensatz. Für die einmalige Übernahme von zehntausenden Artikeln ist die Ameise deshalb der kürzere Weg. Wie Sie sie für den Nachtlauf aufsetzen, zeigt der Beitrag zu Massenimport und -export mit JTL-Ameise.

8. Die unterschätzte Kombination: API stößt Workflows an

JTL-Workflows starten nur, wenn in der Wawi ein Ereignis eintritt. Eine feste Uhrzeit kennen sie als Auslöser nicht. Genau hier hilft die API. Die Spezifikation der Version 2.0 enthält Endpunkte, die manuelle Workflows und Workflow-Ereignisse von außen auslösen:

  • Für Aufträge, Rechnungen und Kunden listet die API die verfügbaren manuellen Workflows auf und löst einen davon für einen Datensatz aus.
  • Für Aufträge, Rechnungen, Kunden und Lieferscheine löst sie ein bestimmtes Workflow-Ereignis aus.
  • Für den JTL-Worker fragt sie den Status und die verfügbaren Abgleiche ab und steuert diese.

Damit entsteht ein sauberer Ablauf. Ein Zeitgeber außerhalb der Wawi ruft um sieben Uhr den Endpunkt auf, etwa ein Ablaufwerkzeug wie n8n oder eine geplante Aufgabe. Der eigentliche Ablauf bleibt als Workflow in der Wawi, wo Ihr Team ihn sieht und pflegen kann. Die Geschäftslogik wandert nicht in fremden Code ab.

Zwei Einschränkungen gehören dazu. Das Auslösen braucht das Schreibrecht des jeweiligen Bereichs, bei Aufträgen also salesorders.write. Und für den Wareneingang, den Warenausgang und Eingangsrechnungen gibt es laut Guide keine manuellen Workflow-Ereignisse. Passend dazu kennt die Spezifikation dafür keine solchen Endpunkte. Prüfen Sie jeden dieser Endpunkte vor dem Einsatz auf der Swagger-Seite Ihrer Instanz. Wir beschreiben hier die Spezifikation, nicht jede Version im Feld. Wie wir solche Abläufe bauen, beschreibt unsere Seite zu n8n und API-Entwicklung.

9. Direkter SQL-Zugriff: was JTL dazu veröffentlicht

Viele ältere Anbindungen sprechen die Datenbank von JTL-Wawi direkt an, per SQL. Bei der lokalen Installation ist das technisch möglich, weil die Wawi auf einem Microsoft SQL Server läuft, den Sie selbst betreiben. Was sagt JTL dazu?

Ein ausdrückliches Verbot haben wir in den geprüften JTL-Quellen nicht gefunden. Veröffentlicht hat JTL zwei Dinge. Im Blogbeitrag von 2023 begründet JTL die API gerade mit diesem Punkt. Bisher mussten Fremdsysteme auf die Datenbank zugreifen. Die API kommt ohne Direktverbindung aus und hält ihre Endpunkte auch bei Änderungen an der Datenbank stabil. Außerdem gibt es eine eigene Seite mit der Dokumentation der Datenbank und ihren Änderungen. Sie ist ausdrücklich dafür da, dass Hersteller von Drittsoftware ihre Programme vor einem Wawi-Update anpassen können.

Daraus folgt unsere Regel. Lesen per SQL ist vertretbar, wenn Sie die Abfragen nach jedem Update prüfen. Schreiben per SQL umgeht nach unserer Einschätzung die Logik der Wawi, also Buchungen, Historie und Workflows. Und es bindet Sie an eine Tabellenstruktur, die sich mit den Versionen ändert. Für lesende Auswertungen bietet die Ameise mit dem Eigenen Export einen Weg über die Oberfläche. Wie Sie die Datenbank selbst gesund halten, beschreibt der Beitrag zur Datenbank hinter JTL-Wawi.

10. Checkliste vor dem Projektstart

Sieben Fragen, die wir vor jeder Anbindung an JTL-Wawi klären. Jede davon stützt sich auf eine Aussage von JTL:

  1. Edition und Lizenz klären. Welche Edition haben Sie, und was kostet das Modul dort laut aktuellem Angebot? Ist es im Kundencenter gebucht?
  2. Version festlegen. Setzen Sie den Kopf api-version immer ausdrücklich, und planen Sie neue Anbindungen auf Version 2.0 oder höher.
  3. Testsystem nutzen. JTL rät bei Pilotprogrammen, ein Testsystem zu verwenden und das produktive System nicht zu überschreiben. Offene Pilotprogramme geben keinen zusätzlichen Anspruch auf Support.
  4. Scopes planen. Pflicht und optional trennen, all.read vermeiden. Eine spätere Erweiterung bedeutet eine neue Registrierung.
  5. Instanz absichern. Engste Schnittstelle wählen, Zertifikat nutzen, als Windows-Dienst betreiben. Der Guide warnt: Ein Mausklick ins Konsolenfenster kann einen über die Kommandozeile gestarteten Server anhalten.
  6. Schlüssel verwahren. Er gilt dauerhaft und wird nur einmal angezeigt. Laut den API-Lizenzbedingungen von JTL dürfen externe Entwickler ihn nur erhalten, soweit sie ihn brauchen und an die Bedingungen gebunden sind.
  7. Änderungen einplanen. JTL sagt in den Lizenzbedingungen zu, Änderungen mindestens einen Monat und Brüche mindestens drei Monate vorher anzukündigen, mit Ausnahmen für Notfälle. JTL darf die Nutzung der Schnittstelle außerdem überwachen. Prüfen Sie Ihre Anbindung bei jedem Update von JTL-Wawi mit.
JTL-Wawi API auf einen Blick
  • WasDie offizielle REST-Schnittstelle von JTL-Wawi für Drittsysteme.
  • StatusOpen Beta laut JTL-Guide, Stand 25. September 2026.
  • Preis laut PreisseiteStart nicht enthalten, Advanced 199 € und Pro 99 € im Monat, Enterprise inklusive.
  • In der BetaLaut Guide im Pilotprogramm kostenfrei.
  • Anmeldung im HausEin dauerhafter Schlüssel, der nur einmal angezeigt wird.
  • ScopesDurchgesetzt erst ab JTL-Wawi 2.2.0.
  • Besser mit AmeiseMassenimport und Datenübernahme per CSV.
  • Besser mit WorkflowReaktion auf ein Ereignis in der Wawi.

11. Fazit: ein starkes Werkzeug mit Beta-Etikett

Die JTL-Wawi API ist der richtige Weg, wenn ein Fremdsystem dauerhaft und in beide Richtungen mit Ihrer Warenwirtschaft arbeiten soll. Sie deckt Artikel, Bestände, Aufträge, Kunden und Belege breit ab und kann sogar Workflows in der Wawi anstoßen. Für Massendaten bleibt die Ameise schneller, für Reaktionen in der Wawi der Workflow.

Drei Dinge sollten Sie vor dem Start ehrlich einordnen. Der Status ist Beta, die Konditionen danach sind offen. Der Modulpreis hängt an Ihrer Edition. Und Scopes greifen auf den heutigen stabilen Versionen noch nicht. Wer das weiß, plant sauber. Wenn Sie klären möchten, welcher Weg für Ihre Abläufe trägt, sehen wir uns Ihre JTL-Wawi und ihre Prozesse gemeinsam an. Wie wir Anbindungen umsetzen, beschreibt unsere Seite zur individuellen Datenintegration.

12. Häufige Fragen zur JTL-Wawi API

Was kostet die JTL-Wawi API?

Zwei JTL-Quellen antworten am 25. September 2026 unterschiedlich. Der JTL-Guide sagt: In der Open Beta nutzen Sie die Schnittstelle im Pilotprogramm kostenfrei. Die Preisseite nennt 199 Euro im Monat in JTL Advanced, 99 Euro in JTL Pro und den Zugang als enthalten in JTL Enterprise. In JTL Start fehlt sie.

Ist die JTL-Wawi API in JTL Start enthalten?

Nein. Die Funktionstabelle auf der Preisseite von JTL zeigt für JTL Start in der Zeile REST-API JTL-Wawi ein Kreuz, Stand 25. September 2026. JTL-Wawi selbst bleibt in Start kostenlos. Wer dauerhaft per API anbinden will, sollte mit JTL Advanced samt Modul oder einer höheren Edition rechnen.

Wie starte ich die JTL-Wawi API?

Ab JTL-Wawi 1.10 legen Sie im JTL-Administrator über die Schaltfläche Anlegen eine Instanz an. Sie wählen Profil, Mandant, Schnittstelle, Port und optional ein Zertifikat. Als Windows-Dienst startet die Instanz mit dem Rechner. Ältere Versionen starten den Server über die Kommandozeile. Ob er läuft, zeigt die Swagger-Seite im Browser.

Hat JTL eine REST-API?

Ja. Der JTL-Guide beschreibt die JTL-Wawi API als REST-konforme Schnittstelle zur Anbindung von Drittsystemen. Die Entwicklerdokumentation nennt für dieselben Daten zusätzlich einen GraphQL-Zugang. Daneben gibt es eigene Schnittstellen für andere Produkte, etwa die SCX-Schnittstelle für Marktplatz-Anbindungen. Für Ihre Warenwirtschaft ist die JTL-Wawi API der offizielle Weg.

Wo finde ich die Dokumentation der JTL API?

An drei Stellen. Der JTL-Guide erklärt Lizenz, Instanz und Registrierung auf Deutsch. Die Entwicklerplattform von JTL beschreibt Anmeldung, Scopes und Versionen und liefert die Spezifikation, auf Englisch. Die genaueste Quelle für Ihre Version ist die Swagger-Seite Ihrer eigenen Instanz, weil sie die Routen Ihrer laufenden Instanz auflistet.

Was bedeutet Fehler 402 bei der JTL-Wawi API?

Laut Spezifikation fehlt dann eine Lizenz, oder JTL hat die Anwendung nicht freigegeben. Der Code taucht bei vielen Endpunkten auf, auch schon bei der Registrierung. Prüfen Sie zuerst im JTL-Kundencenter, ob das Modul JTL-Wawi API gebucht ist. Erst danach lohnt die Suche nach einem Fehler im eigenen Code.

Kann ich die Rechte einer App später ändern?

Bei der Installation im Haus nicht. Laut JTL-Entwicklerdokumentation lassen sich die Scopes einer bestehenden Registrierung nicht anpassen. Braucht Ihre App mehr Rechte, registrieren Sie sie neu. Dabei entsteht ein neuer Schlüssel, der alte wird ungültig. Planen Sie die Rechte deshalb vorher und nutzen Sie optionale Scopes für spätere Funktionen.

Brauche ich die API, wenn ich nur Daten importieren will?

Meist nicht. Für Massendaten ist JTL-Ameise gebaut: Sie liest und schreibt CSV nach gespeicherten Vorlagen. Über die Kommandozeile und den Windows-Aufgabenplaner läuft das auch nachts, sofern Ihre Edition die Kommandozeile enthält. Die API lohnt sich, wenn ein Fremdsystem laufend und in kleinen Schritten mit der Wawi spricht.

Darf ich direkt auf die Datenbank von JTL-Wawi zugreifen?

Ein ausdrückliches Verbot steht in den von uns geprüften JTL-Quellen nicht. JTL beschreibt die API aber als den Weg ohne Direktverbindung, dessen Endpunkte bei Datenbankänderungen stabil bleiben. Für Drittsoftware veröffentlicht JTL eine Dokumentation der Datenbank samt ihrer Änderungen. Lesen ist vertretbar, direktes Schreiben raten wir ab.

Quellen & Hersteller-Dokumentation

Alle Quellen wurden am 25. September 2026 abgerufen und im Volltext gegengelesen. Externe Quellen öffnen in einem neuen Tab.

Hinweis: Die JTL-Wawi API befindet sich laut JTL in der Beta. Preise, Editionen, Endpunkte und Rechte können sich bis zum offiziellen Release ändern. Maßgeblich sind die aktuelle Dokumentation von JTL und Ihr Angebot im JTL-Kundencenter. Stand der Recherche: 25. September 2026.

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