JTL-POS ist das Kassensystem (Point of Sale) aus dem JTL-Ökosystem für den stationären Einzelhandel. Es läuft als Android-App auf Tablet oder Smartphone und lässt sich direkt an die Warenwirtschaft JTL-Wawi anbinden. Dadurch teilen sich Ladenverkauf und Onlineshop denselben Bestand. Jede Buchung wird über eine zertifizierte TSE nach Kassensicherungsverordnung rechtssicher aufgezeichnet.
1. Was ist JTL-POS?
POS steht für „Point of Sale", den Ort des Verkaufs. Ein POS-Kassensystem besteht aus Kassensoftware und Hardware wie Tablet, Bondrucker und Kassenlade. JTL-POS ist die Kassensoftware aus dem JTL-Ökosystem: Sie kassiert im Laden, erfasst jeden Verkauf rechtssicher und verbucht ihn. Der entscheidende Unterschied zu einer beliebigen Ladenkasse liegt in der Herkunft — JTL-POS gehört zur selben Produktfamilie wie die Warenwirtschaft JTL-Wawi und der Onlineshop JTL-Shop.
Die App laden Sie kostenlos herunter und installieren sie auf einem Android-Gerät. Ein iPad scheidet damit als Kassenterminal aus, weil JTL-POS ausschließlich für Android entwickelt ist. Für den Ladenbetrieb genügt in der Regel ein robustes Android-Tablet, das fest am Kassenplatz montiert wird.
2. Die direkte Anbindung an JTL-Wawi
Der eigentliche Grund, warum Händler zu JTL-POS greifen, ist die nahtlose Verbindung zur Warenwirtschaft. Im Modus ERPconnected hängt die Kasse direkt an JTL-Wawi. Verkaufen Sie im Laden ein Produkt, sinkt der Lagerbestand in der Wawi sofort. Artikel, Preise und Kategorien pflegen Sie an einer einzigen Stelle, und die Kasse zieht sich diese Daten automatisch.
Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Viele Händler betreiben eine Insel-Kasse, die nichts von ihrem übrigen Warenbestand weiß. Am Abend werden Zahlen dann mühsam abgeglichen oder gar nicht. Mit einer angebundenen JTL-POS entfällt diese Doppelpflege, weil Kasse und Warenwirtschaft dieselbe Datenbasis nutzen. Wie Sie diese Warenwirtschaft von Grund auf aufsetzen, zeigt unsere Anleitung zur JTL-Wawi-Einrichtung.
3. Ein Bestand für Laden und Onlineshop
Hier entfaltet JTL-POS seinen größten Nutzen. Weil Kasse, Warenwirtschaft und JTL-Shop aus einer Hand kommen, teilen sie sich denselben Lagerstand. Sie verkaufen jedes Produkt nur einmal — egal, ob ein Kunde im Laden steht oder online bestellt. Das ist gelebter Omnichannel-Handel, ohne dass Sie zwei getrennte Systeme synchronisieren müssen.
- Ein Bestand für Laden und Onlineshop — Sie verkaufen jedes Produkt nur einmal.
- Weniger Überverkäufe, weil der Lagerstand nach jedem Kassenverkauf sofort sinkt.
- Artikel, Preise und Kategorien pflegen Sie zentral in JTL-Wawi statt in zwei Systemen.
- Kundendaten und Verkäufe aus dem Laden landen in derselben Warenwirtschaft wie die Online-Bestellungen.
Der praktische Effekt: Der klassische Überverkauf, bei dem das letzte Stück im Laden verkauft wird, während es online noch als verfügbar gilt, wird deutlich unwahrscheinlicher. Der Ladenverkauf und der Webshop arbeiten auf demselben, laufend aktualisierten Bestand. Diese Cross-Wechselwirkung zwischen Kasse, Warenwirtschaft und Shop ist der eigentliche strategische Vorteil des JTL-Systems.
4. TSE und Kassensicherungspflicht
In Deutschland müssen elektronische Kassen seit der Kassensicherungsverordnung (KassenSichV) mit einer zertifizierten Technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) ausgestattet sein. Die TSE zeichnet jede Transaktion manipulationssicher auf. JTL-POS erfüllt diese Anforderung: Es arbeitet GoBD-konform, deckt die Bonpflicht ab und stellt die Daten als DSFinV-K-Export für eine Kassennachschau bereit.
Für die TSE gibt es bei JTL-POS mehrere Wege — je nach Setup wählen Sie eine davon:
- Hardware-TSE als USB-Stick am Kassengerät — meist mit einmaligen Anschaffungskosten.
- Eine im Bondrucker integrierte TSE — praktisch, wenn Sie ohnehin einen kompatiblen Drucker anschaffen.
- Cloud-TSE — die Sicherheitseinrichtung liegt in der Cloud, dafür fällt in der Regel eine laufende Gebühr an.
Welche Variante am sinnvollsten ist, hängt von Ihrer Hardware und der Anzahl der Kassen ab. Wir binden die TSE bei der Installation gleich mit ein und prüfen die KassenSichV-Konformität, sodass Ihr Kassenplatz vom ersten Verkaufstag an rechtssicher läuft.
- PlattformAndroid-App (Tablet/Smartphone), nicht iPad
- App-Preiskostenloser Download; erste Kasse mit Wawi kostenfrei
- RechtssicherheitTSE, KassenSichV, GoBD, DSFinV-K-Export
- Omnichannelgemeinsamer Bestand mit JTL-Wawi & JTL-Shop
Angaben nach JTL-Software (Produktinformationen JTL-POS). Preise, Tarife und TSE-Kosten sind veränderlich und anbieterabhängig — den aktuellen Stand prüfen Sie bitte direkt bei JTL bzw. wir klären ihn in der Beratung. Stand: Juli 2026.
5. Welche Hardware Sie für JTL-POS brauchen
Ein Kassenplatz mit JTL-POS setzt sich aus wenigen, klar definierten Bausteinen zusammen. Die Software ist kostenlos, die realen Kosten stecken in der Hardware und der TSE. Das brauchen Sie typischerweise:
- Android-Tablet oder -Gerät als Kassenterminal — Herzstück des Kassenplatzes.
- Bondrucker für den rechtssicheren Kassenbon (in manchen Modellen mit integrierter TSE).
- TSE als Technische Sicherheitseinrichtung — als USB-Stick, im Drucker oder als Cloud-TSE.
- Kassenlade, die sich beim Abschluss automatisch öffnet.
- Optional: Barcodescanner für schnelles Erfassen und ein Kartenterminal fürs bargeldlose Zahlen.
Sie müssen die Geräte nicht zwingend einzeln zusammensuchen. Für den Ladenverkauf haben sich bewährte Kombinationen etabliert, bei denen Bondrucker, Kassenlade und Scanner aufeinander abgestimmt sind. Wir empfehlen die passende Hardware nach Budget und Ladenfläche und bauen den Kassenplatz betriebsfertig auf — vor Ort in Hannover oder remote im gesamten DACH-Raum.
6. Standalone oder ERPconnected? Die zwei Betriebsmodi
JTL-POS lässt sich in zwei Modi betreiben. Die Wahl entscheidet darüber, ob Ihre Kasse ein eigenständiges Werkzeug bleibt oder Teil eines vernetzten Handelssystems wird.
| Modus | Warenwirtschaft | Wofür geeignet? |
|---|---|---|
| Standalone | Ohne JTL-Wawi | Einzelne Kasse, kleiner Laden ohne Onlineshop — die Kasse läuft autonom auf einem Gerät. |
| ERPconnected | Direkt an JTL-Wawi | Laden plus Onlineshop, mehrere Kassen oder Filialen — ein gemeinsamer Bestand, zentrale Steuerung. |
Ein wirtschaftlich wichtiger Punkt: Im Verbund mit JTL-Wawi ist die erste Kasse kostenfrei nutzbar. Erst für weitere Kassen entstehen laufende Kosten, deren Höhe vom aktuellen JTL-Tarif abhängt. Sobald Sie einen Onlineshop betreiben oder mehrere Standorte steuern, ist ERPconnected praktisch gesetzt — nur so entsteht der gemeinsame Bestand über alle Kanäle.
7. JTL-POS einrichten — Schritt für Schritt
Eine Kasse ist am Verkaufstag geschäftskritisch: Steht sie still, verkaufen Sie nicht. Deshalb lohnt sich eine saubere Einrichtung, bei der jeder Baustein vorab getestet ist. Mit über 20 Jahren E-Commerce-Erfahrung gehen wir dabei so vor:
Modus festlegen
Zuerst klären wir, ob Ihre Kasse standalone laufen soll oder an JTL-Wawi angebunden wird. Sobald ein Onlineshop im Spiel ist, führt an ERPconnected kein Weg vorbei.
Hardware auswählen
Wir empfehlen Tablet, Bondrucker, Kassenlade und Zubehör passend zu Budget und Ladenfläche und richten den Kassenplatz betriebsfertig ein.
TSE einbinden
Wir installieren die passende TSE-Variante und prüfen die KassenSichV-Konformität, damit jede Buchung von Tag eins an manipulationssicher aufgezeichnet wird.
Wawi & Shop verknüpfen
Im ERPconnected-Modus verbinden wir die Kasse mit JTL-Wawi. Verkäufe, Bestände und Kundendaten fließen automatisch zusammen — Laden und Onlineshop teilen sich denselben Lagerstand.
Team schulen
Wir üben Kassiervorgang, Retouren, Gutscheine und Tagesabschluss mit Ihrem Team, damit der erste echte Verkaufstag reibungslos läuft.
Der Reiz liegt im Zusammenspiel: Eine Kasse, die von Anfang an mit Warenwirtschaft und Shop verzahnt ist, spart Ihnen täglich Handarbeit. Genau diese Verzahnung richten wir in unserer JTL-POS-Beratung ein — von der Hardware über die TSE bis zur laufenden Wawi-Anbindung.
8. Fazit: Wann sich JTL-POS lohnt
JTL-POS ist die naheliegende Ladenkasse für alle, die ohnehin im JTL-Ökosystem arbeiten oder einen JTL-Shop betreiben. Der gemeinsame Bestand aus Kasse, Warenwirtschaft und Onlineshop ist der entscheidende Vorteil — er macht aus getrennten Verkaufskanälen einen einzigen, sauber gesteuerten Handel. Die Software ist kostenlos, die Investition steckt in Hardware und TSE.
Wenn Sie zwischen verschiedenen Ladenkassen abwägen, hilft unser system-neutraler Überblick zum Kassensystem für den Einzelhandel bei der Einordnung. Steht die Entscheidung für JTL fest, richten wir Ihre Kasse in der JTL-POS-Kassensystem-Beratung betriebsfertig ein — inklusive TSE, Hardware und der Anbindung an JTL-Wawi. Sprechen Sie uns an, wir schauen gemeinsam auf Ihren Laden.
9. Häufige Fragen zu JTL-POS
Ist JTL-POS kostenlos?
Die JTL-POS-App selbst laden Sie kostenlos herunter. Im Verbund mit JTL-Wawi ist die erste Kasse kostenfrei nutzbar; für weitere Kassen fallen laufende Kosten an, deren Höhe vom aktuellen JTL-Tarif abhängt. Hinzu kommen Hardware und die TSE. Den konkreten Rahmen klären wir in der Erstberatung.
Läuft JTL-POS auf dem iPad?
Nein. JTL-POS ist eine Android-App und läuft daher auf Android-Tablets und -Smartphones, nicht auf dem iPad. Für den Ladenverkauf setzen die meisten Händler ein robustes Android-Tablet als Kassenterminal ein. Welches Gerät zu Ihrem Sortiment und Ihren Räumen passt, empfehlen wir Ihnen in der Beratung.
Wie verbindet sich JTL-POS mit JTL-Wawi?
Im Modus ERPconnected ist die Kasse direkt an JTL-Wawi angebunden. Verkäufe fließen automatisch in die Warenwirtschaft, Bestände sinken sofort, Artikel und Preise pflegen Sie zentral an einer Stelle. So sind Ladenverkauf und Onlineshop immer auf demselben Lagerstand — ohne doppelte Datenpflege.
Ist JTL-POS TSE-konform nach Kassensicherungsverordnung?
Ja. JTL-POS erfüllt die Kassensicherungsverordnung mit einer zertifizierten Technischen Sicherheitseinrichtung (TSE). Jede Buchung wird manipulationssicher aufgezeichnet, die Daten werden GoBD-konform archiviert und lassen sich als DSFinV-K-Export bereitstellen. Wir richten die TSE bei der Installation mit ein, damit Ihr System vom ersten Tag an rechtssicher läuft.
Welche TSE-Varianten gibt es für JTL-POS?
JTL-POS unterstützt mehrere TSE-Arten: eine Hardware-TSE als USB-Stick, eine im Bondrucker integrierte TSE sowie eine Cloud-TSE. Hardware-TSE bedeutet meist Einmalkosten, Cloud-TSE eine laufende Gebühr. Welche Variante für Ihren Kassenplatz am sinnvollsten ist, hängt von Ihrem Setup ab — das prüfen wir gemeinsam vorab.
Kann ich mit JTL-POS Laden und Onlineshop gemeinsam steuern?
Ja, das ist die eigentliche Stärke. Weil JTL-POS, JTL-Wawi und Ihr JTL-Shop denselben Bestand teilen, verkaufen Sie ein Produkt nur einmal — egal ob im Laden oder online. Überverkäufe durch veraltete Bestände entfallen, und Sie steuern Preise, Artikel und Lager aus einer zentralen Warenwirtschaft.
Funktioniert JTL-POS auch offline?
Ja. JTL-POS arbeitet offline und speichert Verkäufe lokal auf dem Gerät. Fällt das Internet im Laden aus, kassieren Sie ohne Unterbrechung weiter. Sobald die Verbindung wieder steht, gleicht die Kasse die Daten mit JTL-Wawi ab. So bleibt Ihr Kassenbetrieb auch bei Netzproblemen zuverlässig.