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Versandetiketten drucken in JTL: drei Etiketten, drei Wege

Ein Etikett ist kein Etikett. Das Artikeletikett kommt aus einer Vorlage, das Lagerplatzetikett aus einer anderen — und das Label des Logistikers aus keiner von beiden. Dieser Beitrag trennt die drei Wege sauber, zeigt, welche Felder JTL je Vorlage dokumentiert, und ordnet die Frist ein, die am 30. September 2026 ausläuft. Sie gilt nicht für alle.

Illustration: drei nebeneinanderliegende Etiketten in unterschiedlichen Formaten, darunter eine Ware, ein Regalfach und ein Paket als jeweiliges Ziel
3 Etikettenwege, die JTL getrennt dokumentiert 30.09.2026 Stichtag - aber nur für die Edition JTL-Start 0 Druckermodelle, die JTL empfiehlt

In JTL laufen Etiketten über drei getrennte Wege. Artikel- und Lagerplatzetiketten sind eigene Vorlagen im Vorlagensystem von JTL-Wawi, jede mit eigener Feldliste. Das Carrier-Label entsteht dagegen gar nicht in einer Vorlage, sondern kommt über JTL-Shipping von der Schnittstelle des Logistikers — mit eigener Lizenz und eigener Druckerzuordnung.

Stand am 7. September 2026: Der JTL-Guide führt das bisherige Versandetiketten-Kapitel als „JTL-ShippingLabels 1.0 ALT" neben „Shipping 2.0 NEU". Für die Edition JTL-Start endet die Etikettenerstellung in ShippingLabels 1.0 am 30. September 2026; ab JTL-Advanced ist der Wechsel freiwillig. Für DHL nennt JTL keine Frist. Alle Angaben stammen aus dem offiziellen JTL-Guide und wurden an diesem Tag selbst geladen und im Volltext gegengelesen. Fristen und Dialoge ändern sich — prüfen Sie den Stand vor einer Umstellung erneut.

1. Drei Etiketten, drei Systeme: die Übersicht

Die Verwirrung beginnt beim Wort. „Etikett" heißt im Lager der Aufkleber auf der Ware, im Regal das Schild am Fach und am Packtisch das Label des Paketdienstes. In JTL sind das drei verschiedene Dinge mit drei verschiedenen Datenquellen — und genau daran scheitern die meisten Suchanfragen. Wer im Vorlagensystem nach dem DHL-Label sucht, findet es nicht, weil es dort nicht entsteht.

Sichtbar wird der Unterschied an der Variablenreferenz. JTL dokumentiert für jede Vorlagenart eine eigene Liste an DotLiquid-Variablen, und diese Listen nennen jeweils die Datenbanktabelle, aus der sie stammen. Beim Artikeletikett heißt sie Artikel, beim Lagerplatzetikett Warenlagerplätze, beim Versandetikett Aufträge. Drei Vorlagen, drei Tabellen, keine Überschneidung.

Etikettenart Woher die Daten kommen Wo gedruckt wird Was Sie dafür brauchen
Artikeletikett Eigene Vorlage in JTL-Wawi. Die DotLiquid-Felder stammen aus der Tabelle Artikel. Aus JTL-Wawi, JTL-WMS und JTL-Packtisch+ an mehreren Stellen im Prozess. Eine angepasste Vorlage und einen als Etikettendrucker hinterlegten Drucker.
Lagerplatzetikett Eigene Vorlage in JTL-Wawi. Die DotLiquid-Felder stammen aus der Tabelle Warenlagerplätze. Dokumentiert ist nur ein Weg: die Lagerplatzübersicht in JTL-WMS. JTL-WMS. Einen Druckweg ohne WMS beschreibt der Guide nicht.
Carrier-Label Kommt nicht aus dem Vorlagensystem, sondern von der Schnittstelle des Logistikers. JTL-Shipping, aufgerufen aus JTL-Wawi, JTL-Packtisch+ oder JTL-WMS. Einen Carrier-Zugang, eine verknüpfte Versandart und eine eigene Druckerzuordnung.

Insgesamt führt der Guide fünf Etikettenvorlagen mit eigener Variablenliste: Artikel-, Kunden-, Lagerplatz-, Lieferanten- und Versandetiketten. Wichtig ist dabei ein Satz, den JTL selbst unter die Auflistung schreibt: Einige dieser Listen seien eventuell nicht vollständig. Eine abschließende Zahl gibt es also nicht, und wir behaupten auch keine. Die Vorlagentechnik selbst — der Formulareditor auf Basis von List & Label und die Template-Sprache DotLiquid — behandeln wir getrennt im Beitrag zu den Druckvorlagen in JTL-Wawi. Hier geht es um die Etiketten selbst.

2. Artikeletiketten: eine Vorlage, viele Druckpunkte

Das Artikeletikett ist die klassische Auszeichnung am Produkt oder am Karton. Seine Vorlage liegt in der Vorlagenverwaltung unter Admin, Druck-, E-Mail- und Exportvorlagen, gruppiert in Vorlagensets. Was darauf landen kann, ist erfreulich konkret dokumentiert.

Die Feldliste zieht aus der Artikeltabelle und umfasst unter anderem Artikelnummer, EAN, HAN, ISBN und ASIN, Bezeichnung und Kurzbeschreibung, Brutto- und Nettoverkaufspreis, Einkaufspreis, Sonder- und Staffelpreise, Bestand und verfügbaren Bestand, Gewicht, Herkunftsland, Hersteller, Gefahrnummer sowie das Artikelbild. Für Betriebe mit Grundpreispflicht interessant: Grundpreis, Grundpreiseinheit und Grundpreiswert sind eigene Felder — der Preis je Kilogramm oder Liter muss also nicht von Hand gepflegt werden. Und es gibt ein Feld namens AnzahlEtiketten, mit dem sich die Druckmenge datengetrieben steuern lässt.

Wo Artikeletiketten im Prozess entstehen

Anders als beim Lagerplatzetikett gibt es hier mehrere dokumentierte Auslöser. Im Wareneingang von JTL-WMS öffnet eine Schaltfläche das Dialogfenster „Artikeletiketten drucken", in dem Sie die Anzahl festlegen; daneben steht die Option, die benötigte Menge automatisch nach dem Wareneingang zu drucken. In der Auftragsübersicht des Warenausgangs lassen sich Etiketten für einzelne Positionen nachdrucken. Und bei einer Umlagerung zwischen zwei Standardlagern liegt dieselbe Schaltfläche im Dialog.

Der Drucker wird nicht am Etikett hinterlegt, sondern am Arbeitsplatz. Sowohl die Arbeitsplatzkonfiguration in JTL-WMS als auch die in JTL-Packtisch+ kennen ein eigenes Feld Etikettendrucker, und der Guide verweist an beiden Stellen ausdrücklich auf dieselbe Vorlage in der Vorlagenverwaltung. Wer im Lager mit Scannern arbeitet, sollte diese Zuordnung zusammen mit der Hardware planen; worauf es bei den Geräten selbst ankommt, haben wir im Beitrag zu MDE-Geräten fürs Lager aufgeschrieben.

Der Barcode ist kein Feld

Ein Detail, das regelmäßig Zeit kostet: In den DotLiquid-Listen für Artikel-, Lagerplatz- und Versandetiketten kommt kein Feld namens Barcode vor. Wir haben alle drei Listen im Volltext geprüft — null Treffer, während Artikelnummer und Sortiernummer erwartungsgemäß gefunden werden. Der Barcode entsteht stattdessen als eigenes Objekt im Formulareditor, das ein Datenfeld grafisch umsetzt. Der Guide illustriert die Objektreihenfolge sogar am Beispiel eines Artikeletiketts, auf dem der Barcode vor der Artikelnummer gedruckt wird. Wer den Barcode in der Variablenliste sucht, sucht deshalb an der falschen Stelle.

3. Lagerplatzetiketten: der Weg führt nur über JTL-WMS

Lagerplatzetiketten kennzeichnen das Regalfach, nicht die Ware. Entsprechend anders sieht die Feldliste aus: Sie stammt aus der Tabelle Warenlagerplätze und enthält den Namen des Platzes, Breite, Höhe und Länge, das maximale Gewicht, den Sperrstatus, das letzte Inventurdatum, einen Kommentar — und die Sortiernummer, die der Guide selbst als Nummer für die Wegoptimierung beschreibt. Dazu kommt ein kompletter Block mit den Stammdaten des zugehörigen Lagers.

Diese Sortiernummer ist der eigentliche Gewinn. Sie bestimmt die Reihenfolge, in der Plätze angelaufen werden, und gehört deshalb sichtbar aufs Etikett, wenn Sie Wege optimieren wollen. Welche Verfahren dahinterstehen und wann sich der Aufwand lohnt, behandelt unser Beitrag zu den Kommissioniermethoden im Vergleich.

Jetzt die Einschränkung, die Sie kennen sollten, bevor Sie planen: Einen Druckweg außerhalb von JTL-WMS dokumentiert JTL nicht. Die Volltextsuche im Guide liefert für „Lagerplatzetiketten" genau vier Treffer — zwei davon sind die Variablenlisten, einer ist die Integrationscheckliste, und nur einer beschreibt tatsächlich einen Druckvorgang: In JTL-WMS markieren Sie unter Intern, Lagerplatzübersicht die gewünschten Plätze, klappen die Leiste über den halbtransparenten Pfeil auf und drucken über das Druckersymbol. Der Guide ergänzt lediglich, das Format sei gegebenenfalls in der Druckvorlage anzupassen.

Für Betriebe ohne WMS heißt das: Die Vorlage existiert, der dokumentierte Auslöser fehlt. Wir behaupten weder, dass es keinen Weg gibt, noch dass es einen gibt — belegbar ist nur, dass der Hersteller keinen beschreibt. Wenn Lagerplatzetiketten für Sie zum Projekt gehören, ist das ein Punkt für die Klärung vorab. Wie eine WMS-Einführung insgesamt abläuft, beschreibt der Beitrag zur Einführung von JTL-WMS.

4. Versandetiketten: was aus der Vorlage kommt und was vom Carrier

Hier wird es doppeldeutig, und die Doppeldeutigkeit erklärt die meisten Missverständnisse. Es gibt in der Vorlagenverwaltung eine Vorlagenart Versandetiketten mit eigener DotLiquid-Liste. Ihre Felder stammen laut Überschrift der Tabelle aus den Aufträgen — es ist also ein Etikett aus Ihren eigenen Auftragsdaten. Einen Verwendungszweck nennt die Seite nicht, und wir dichten ihr keinen an.

Das Label des Paketdienstes ist etwas anderes. Es entsteht nicht in JTL-Wawi, sondern kommt fertig von der Schnittstelle des Logistikers, angefordert über JTL-Shipping. Der Guide beschreibt das für die bisherige Lösung klar: Mit JTL-ShippingLabels lassen sich Versandetiketten automatisiert ausdrucken, die Schnittstellen von DHL Paket, DHL Express, der Internetmarke der Deutschen Post, DPD und Hermes sind in den Auslieferungsprozess integriert. Nutzbar ist das aus JTL-Wawi, JTL-Packtisch+ und JTL-WMS heraus.

Die Druckerzuordnung läuft deshalb auch getrennt. In der Druckerverwaltung unter Start, Drucker gibt es neben der Registerkarte „Drucken" eine eigene Registerkarte für JTL-ShippingLabels, in der Sie je Logistiker einen Drucker festlegen. Der Guide begründet das mit den unterschiedlichen Etikettenformaten der Dienstleister. Wichtig für den Betrieb mit mehreren Packplätzen: Die Zuordnung gilt pro PC und Benutzer, nicht global. Wer den Ablauf von der Vertragsseite her verstehen will, findet die Grundlagen im Beitrag zur DHL-Geschäftskundenanbindung; Vertrag und Abrechnungsnummern wiederholen wir hier bewusst nicht.

5. Die Frist am 30. September 2026 — und für wen sie gilt

Der Guide führt das ShippingLabels-Kapitel inzwischen mit dem Zusatz „1.0 ALT", daneben steht „Shipping 2.0 NEU". Der viel zitierte Satz lautet im Original: Wechseln Sie bis zum 30. September 2026 auf Shipping 2.0. Was danach folgt, wird in Zusammenfassungen fast immer weggelassen — und genau dort steckt die Information.

Für Kunden mit der Edition JTL-Start ist das laut Guide eine feste Frist, weil die Etikettenerstellung in ShippingLabels 1.0 ab diesem Tag nicht mehr möglich ist. Für Kunden mit Editionen ab JTL-Advanced ist der Wechsel freiwillig. Sie dürfen die alte Lösung durch die Weihnachtssaison und darüber hinaus weiter nutzen, inklusive Support. Was am 30. September für alle endet, ist der technische Support für die alten Anbindungen von GLS und DPD.

Edition Was der 30.09.2026 bedeutet Was daraus folgt
JTL-Start Feste Frist. Ab dem 30.09.2026 ist die Etikettenerstellung in ShippingLabels 1.0 nicht mehr möglich. Vor dem Stichtag auf Shipping 2.0 wechseln. Die Editionsgrenze beim eigenen Vertrag vorher prüfen.
JTL-Advanced Wechsel freiwillig. ShippingLabels 1.0 bleibt inklusive Support nutzbar. Bei Versand über GLS oder DPD trotzdem vor der Saison wechseln, sonst in Ruhe planen.
JTL-Pro Wechsel freiwillig, gleiche Regel wie bei JTL-Advanced. Migration als Projekt terminieren statt als Notfall im vierten Quartal.
JTL-Enterprise Wechsel freiwillig, gleiche Regel wie bei JTL-Advanced. Parallelbetrieb nutzen und einzelne Carrier nacheinander umstellen.

Woher das Datum kommt, sagt JTL ebenfalls: Es hängt an den Carriern. GLS stellt seine alte Schnittstelle zum 31. Dezember 2026 ein, die neue heißt GLS ShipIt; DPD folgt Anfang 2027 mit der DPD Meta API. Für Hermes, die Österreichische Post, UPS und ParcelOne führt der Guide ausdrücklich „Keine Fristen".

DHL taucht in dieser Aufstellung gar nicht auf. Auf der Fristen-Seite kommt DHL nur im Rückblick vor, als Beispiel dafür, wie es Händlern erging, die bis zur letzten Minute gewartet haben. Ein Datum nennt JTL für DHL nicht. Wer also liest, die 30. September gelte „für DHL", liest eine Übertragung, keine Herstelleraussage. Ein Hinweis zur Vorsicht beim Zitieren: Im Abschnitt zu DPD steht im Guide selbst „Einstellung der alten API von DHL Anfang 2027" — erkennbar ein Schreibfehler im DPD-Block, kein DHL-Termin.

Technisch setzt Shipping 2.0 mindestens JTL-Wawi 2.0.0 voraus. Bei der Versionsempfehlung widersprechen sich zwei JTL-Seiten: Die Fristen-Seite empfiehlt 2.0.6, die Shipping-2.0-FAQ nennt 2.0.5. Beide Zahlen liegen unter der höchsten verfügbaren Version, denn auf der Downloadseite stand am 7. September 2026 als jüngste Stable-Version 2.0.6 vom 24. Juli 2026. Beruhigend ist ein anderer Punkt: Shipping 2.0 läuft laut Guide parallel zu ShippingLabels 1.0 und den bestehenden Verträgen. Sie können also testen, ohne den Betrieb anzuhalten.

6. Der Nebensatz, der Ihren eigenen Carrier-Vertrag betrifft

Dieser Punkt steht nicht auf der Fristen-Seite, sondern auf der Anleitung zum Aktivieren eines eigenen Vertrags — und er ist der wirtschaftlich folgenreichste des ganzen Themas. In den Voraussetzungen heißt es dort wörtlich, Sie hätten mindestens die Edition Shipping Advanced oder eine Kombination aus den Editionen Shipping Start und JTL Advanced gebucht.

Legt man das neben die Fristen-Seite, ergibt sich ein Bild, das in keinem Ratgeber steht. Für JTL-Start beschreibt JTL den Versand ausdrücklich über die zentral verhandelten JTL-Konditionen — und nennt als Vorteil, dass kein kostenpflichtiges Abo, keine festen Labelgebühren und keine Mindestmengen anfallen. Die Voraussetzung für den eigenen Vertrag liegt aber, wie zitiert, höher.

Daraus folgt für Betriebe mit einem eigenen Carrier-Vertrag und der Edition JTL-Start eine Frage, die vor dem 30. September beantwortet sein sollte: Passen die zentral verhandelten Konditionen zu meinem Sendungsprofil, oder brauche ich meinen bestehenden Vertrag weiter? Das ist keine technische, sondern eine kaufmännische Entscheidung — und sie hat einen Stichtag. Diese Schlussfolgerung ziehen wir sichtbar selbst; sie steht so in keinem einzelnen JTL-Satz, sondern ergibt sich erst aus dem Zusammenlesen beider Seiten. Was die Editionen kosten, sagen wir bewusst nicht: Wir haben die Preisangaben zu den Shipping-Editionen nicht selbst geprüft und geben deshalb keine weiter.

7. NVE, SSCC und GS1: was JTL dokumentiert

Hier ist eine saubere Abgrenzung nötig, weil zwei Nummernwelten gern vermischt werden. Die GTIN, im Alltag meist EAN genannt, identifiziert einen Artikeltyp: Alle Exemplare desselben Produkts tragen dieselbe Nummer. Die NVE, international SSCC, identifiziert eine einzelne Versandeinheit — diese eine Palette, dieser eine Karton. Zwei Konzepte, zwei Anwendungsfälle. Woher GTINs kommen und wie Sie sie pflegen, behandelt unser Beitrag zu GTIN und EAN.

In der JTL-Dokumentation ist die NVE bemerkenswert eng verortet. Die Volltextsuche nach „SSCC" liefert im gesamten Guide genau einen sachlichen Treffer: die Seite zum Warenausgang mit Speditionsversand in JTL-WMS. Und diese Funktion ist laut Guide ab JTL-Wawi 2.0 ausschließlich ab der Edition WMS Enterprise enthalten. Wer NVE-Nummern erzeugen will, landet also zwangsläufig in dieser Ecke.

Der Aufbau ist dort dokumentiert: Die NVE beziehungsweise SSCC besteht aus einer Reserveziffer für Ihre Lager, der Basisnummer Ihrer Globalen Lokationsnummer, einer selbst vergebenen Ziffernfolge und einer Prüfziffer. Gepflegt wird das an drei Stellen — die GLN-Basisnummer unter Admin, Firmen- und E-Mail-Einstellungen im Bereich Sendungsdatenexport, die Reserveziffer je Lager unter Lager, Lager, und die laufende Nummer unter Admin, Allgemeine Einstellungen, Nummernkreise im Eintrag „SSCC Serielle Bezugsnummer". Betreiben Sie mehrere Lager, vergeben Sie je Lager eine eigene Reserveziffer; bei einem einzelnen Lager nennt der Guide die Null. Diese Ziffer setzt JTL nach eigener Aussage momentan noch nicht automatisch.

Ein „GS1-Etikett" als eigene Vorlagenart gibt es in JTL nicht. Der Guide verweist auf GS1 dort, wo Nummernkreise erworben werden, und nennt GS1-128 an anderer Stelle als Barcode-Typ in JTL-POS. Ein fertiges Paletten- oder Transportetikett nach GS1-Standard beschreibt er nicht — wer das braucht, gestaltet es im Formulareditor aus den vorhandenen Feldern und Barcode-Objekten.

Besonders streng sind die NVE-Regeln im Cross-Docking. Dort findet jede Palette ihre Daten an der Rampe allein über die Nummer im Lieferavis. Laut GS1 vergibt die NVE, wer die Einheit bildet, und eine vorhandene Nummer bleibt bis zum Empfänger erhalten. Erst wenn Einheiten neu gebündelt werden, entsteht eine neue NVE. Wie die ganze Datenkette aussieht, zeigt unser Beitrag zur NVE im Cross-Docking.

8. Drucker: was der Hersteller sagt und wo er aufhört

Zur Hardware ist JTL bemerkenswert direkt — in beide Richtungen. Für den Versandetikettendruck empfiehlt der Guide „entsprechende Thermoetikettendrucker" und hält fest, dass sich unter gewissen Voraussetzungen auch Etiketten im Format DIN A5 bedrucken lassen, wenn Format und Seitenabstand am Drucker stimmen. Direkt danach folgt der Satz, den man kennen sollte: Da es eine Vielzahl druckerabhängiger Einstellmöglichkeiten gebe, könne JTL dazu keinen Support anbieten.

Modelle nennt der Hersteller nicht. Es gibt keine Freigabe- und keine Empfehlungsliste. Was es gibt, sind herstellerspezifische Einstellhinweise in der Shipping-FAQ: Für Drucker von Zebra dokumentiert JTL eine Windows-Einstellung mit Papierformat in Zentimetern im Hochformat, 10,50 Zentimeter Breite, 15,90 Zentimeter Höhe und einem nicht druckbaren Bereich von 0,10 links und rechts — mit dem Zusatz, dass diese Werte je Etikett variieren können. Für Brother verweist JTL auf die Herstellersoftware Remote Printer Console, allgemein auf Windows-Druckertreiber von Seagull Scientific. Das sind Konfigurationshilfen, keine Kaufempfehlungen, und so geben wir sie auch wieder.

Zwei praktische Hinweise aus derselben Quelle sparen im Zweifel eine Stunde. Wenn gedruckte Etiketten nicht das eingestellte Format haben, verweist JTL auf veraltete Herstellertreiber und auf die Windows-Druckeinstellungen. Und wenn Versandetiketten pixelig herauskommen, liegt es laut FAQ an den Farbeinstellungen: Bei Graustufen muss die Option „Keine" aktiv sein — je nach Hersteller heißt sie anders. Der Rahmen dahinter ist derselbe: Nicht alle Fehler bei den Druckereinstellungen lassen sich in JTL-Wawi lösen, einige liegen im Treiber.

Ein Hinweis mit Verfallsdatum

Die Guide-Seite zur Druckerkonfiguration von Shipping 2.0 trägt im Titel den Zusatz „ab JTL-Wawi 2.1" und stellt klar, dass in früheren Versionen noch kein eigener Drucker pro Versandart verfügbar ist. Interessant daran: Auf der Downloadseite von JTL war am 7. September 2026 keine Version 2.1 zu finden — die höchste als Stable veröffentlichte Version war 2.0.6 vom 24. Juli 2026. Die Dokumentation beschreibt hier also einen Komfort, der zum Redaktionsstand noch nicht allgemein verfügbar ist. Wer seine Migration plant, sollte diesen Punkt selbst nachsehen, statt sich auf einen Zustand zu verlassen, der sich zwischen zwei Releases ändert.

9. Was wir bewusst nicht behaupten

Zu diesem Thema kursiert viel Halbwissen, und ein Teil davon lässt sich schlicht nicht belegen. Die folgenden Punkte lassen wir deshalb offen — sie sind ehrlicher als eine gut klingende Antwort.

  • Keine Druckerempfehlung. JTL nennt einen Gerätetyp, aber kein Modell, und schließt Support für druckerabhängige Einstellungen aus. Eine Kaufempfehlung wäre unsere Meinung, nicht die Herstellerposition.
  • Keine native Ansteuerung per ZPL. Belegbar ist nur eine Antwort in der Shipping-2.0-FAQ, wonach ZPL für einen einzelnen Carrier „eingeplant" sei, „in diesem Quartal" aber noch nicht zur Verfügung stehe. Die Seite trägt kein sichtbares Datum, damit ist auch das Quartal nicht verankert. Nach dem Kürzel EPL liefert die Guide-Suche gar keine Ergebnisse.
  • Keine weiteren Etikettengrößen. Außer der Angabe zu DIN A5 und der zitierten Zebra-Einstellung nennt der Guide keine Maße. Wir erfinden keine.
  • Kein Wawi-eigener Druckweg für Lagerplatzetiketten. Die Vorlage existiert, ein Auslöser außerhalb von JTL-WMS ist nicht dokumentiert.
  • Kein Verwendungszweck der Vorlage Versandetiketten. Belegt ist die Datenquelle, nicht die Absicht dahinter.
  • Keine Preise der Shipping-Editionen. Diese Angaben haben wir nicht selbst geprüft und geben sie deshalb nicht weiter.

Was daraus folgt, ist unspektakulär und wirksam: Prüfen Sie diese Punkte an Ihrer Installation, statt sie aus einem Ratgeber zu übernehmen — auch aus diesem. Zu jeder Aussage oben steht unten die Quelle, damit Sie das in wenigen Minuten selbst nachvollziehen können.

Etiketten in JTL auf einen Blick
  • Etikettenarten mit eigener VorlageArtikel, Kunde, Lagerplatz, Lieferant und Versand
  • Datenquelle ArtikeletikettTabelle Artikel, unter anderem Artikelnummer, EAN, Preis, Bestand
  • Datenquelle LagerplatzetikettTabelle Warenlagerplätze mit Name, Sortiernummer und Maßen
  • Datenquelle VersandetikettTabelle Aufträge
  • Carrier-LabelKommt über JTL-Shipping von der Schnittstelle des Logistikers.
  • BarcodeObjekt im Formulareditor, kein DotLiquid-Feld
  • Lagerplatzetiketten druckenNur aus JTL-WMS dokumentiert, über die Lagerplatzübersicht
  • Stichtag ShippingLabels 1.030.09.2026, feste Frist nur für die Edition JTL-Start
  • Frist für DHLJTL nennt keine.
  • Alt-API GLS und DPDGLS zum 31.12.2026, DPD Anfang 2027
  • Eigener Carrier-VertragAb Shipping Advanced oder Shipping Start plus JTL Advanced
  • Voraussetzung Shipping 2.0Mindestens JTL-Wawi 2.0.0
  • NVE und SSCCNur für den Speditionsversand in JTL-WMS dokumentiert
  • DruckermodelleJTL nennt keine und schließt druckerabhängigen Support aus.
  • StandAlle Angaben am 7. September 2026 am JTL-Guide geprüft

10. Fazit: drei Wege, ein Termin und eine kaufmännische Frage

Wer Etiketten in JTL sauber aufsetzen will, braucht vor allem eine Trennung im Kopf. Artikel- und Lagerplatzetiketten gestalten Sie selbst, aus zwei verschiedenen Vorlagen mit zwei verschiedenen Feldsätzen. Das Carrier-Label gestalten Sie gar nicht — es kommt fertig von der Schnittstelle und braucht nur eine korrekte Druckerzuordnung. Diese eine Unterscheidung erspart die meisten Fehlversuche.

Der zweite Merksatz betrifft den Kalender. Der 30. September 2026 ist eine harte Frist ausschließlich für die Edition JTL-Start. Alle anderen Editionen dürfen die alte Lösung weiter nutzen, verlieren aber den Support für die alten GLS- und DPD-Anbindungen. Und für DHL nennt JTL überhaupt kein Datum. Diese drei Sätze auseinanderzuhalten, ist der ganze Trick.

Der dritte Punkt ist der, den man leicht übersieht, weil er auf einer anderen Seite steht: Der eigene Carrier-Vertrag verlangt in Shipping 2.0 eine höhere Edition. Wer mit JTL-Start arbeitet und einen eigenen Vertrag hat, sollte das rechnen, bevor der Stichtag die Entscheidung trifft. Genau solche Punkte sehen wir uns in Projekten zuerst an — die technische Migration ist meist die kleinere Aufgabe.

11. Häufige Fragen zum Etikettendruck aus JTL

Wie drucke ich Versandetiketten aus JTL-Wawi?

Das Carrier-Label entsteht nicht im Vorlagensystem, sondern in JTL-Shipping. Sie hinterlegen den Versanddienstleister, verknüpfen eine Versandart und weisen unter Start und Drucker einen eigenen Drucker zu. Beim Ausliefern eines Auftrags holt JTL-Wawi das fertige Label von der Schnittstelle des Logistikers und schickt es an genau diesen Drucker.

Was ist der Unterschied zwischen Artikel- und Versandetiketten?

Die Datenquelle. Das Artikeletikett zieht seine Felder laut JTL-Guide aus der Tabelle Artikel, also Artikelnummer, EAN, Preis und Bestand. Die Vorlage Versandetiketten greift dagegen auf die Tabelle Aufträge zu. Das Label des Logistikers kommt aus keiner der beiden Vorlagen, sondern über JTL-Shipping von der Schnittstelle.

Kann ich Lagerplatzetiketten ohne JTL-WMS drucken?

Der JTL-Guide beschreibt dafür keinen Weg. Die DotLiquid-Variablen liegen zwar im Vorlagenbereich von JTL-Wawi, der einzige dokumentierte Druckvorgang läuft aber über die Lagerplatzübersicht in JTL-WMS. Wer ohne WMS arbeitet, sollte den Weg vor einer Umstellung mit dem Hersteller oder einem Servicepartner klären.

Was passiert am 30. September 2026 mit JTL-ShippingLabels?

Das hängt an Ihrer Edition. Für JTL-Start ist der 30. September 2026 laut Guide eine feste Frist, weil die Etikettenerstellung in ShippingLabels 1.0 ab diesem Tag entfällt. Ab JTL-Advanced ist der Wechsel freiwillig; dort endet nur der technische Support für die alten Anbindungen von GLS und DPD.

Betrifft die Shipping-2.0-Frist auch DHL?

Nein. JTL nennt für DHL auf der Fristen-Seite kein Datum. Der 30. September 2026 hängt an GLS und DPD, deren alte Schnittstellen zum 31. Dezember 2026 beziehungsweise Anfang 2027 abgeschaltet werden. Für Hermes, die Österreichische Post, UPS und ParcelOne führt der Guide ausdrücklich keine Fristen.

Brauche ich für meinen eigenen Carrier-Vertrag eine bestimmte Edition?

Ja. Der Guide verlangt für den eigenen Vertrag mindestens die Edition Shipping Advanced oder die Kombination aus Shipping Start und JTL Advanced. Für JTL-Start nennt JTL nur den Versand über die zentral verhandelten Konditionen. Wer seinen eigenen Vertrag behalten will, prüft diesen Punkt deshalb vor der Migration.

Wo kommt der Barcode auf dem Etikett her?

Nicht aus den Daten. In den DotLiquid-Listen für Artikel-, Lagerplatz- und Versandetiketten kommt kein Feld namens Barcode vor. Der Barcode ist ein eigenes Objekt im Formulareditor, das eine Datenquelle wie die Artikelnummer oder die EAN grafisch umsetzt. Der Guide nutzt dafür selbst ein Artikeletikett als Beispiel.

Was ist eine NVE oder SSCC und wo pflege ich sie?

Die NVE kennzeichnet eine einzelne Versandeinheit, nicht den Artikeltyp. Laut Guide besteht sie aus einer Reserveziffer für das Lager, Ihrer GLN-Basisnummer, einer selbst vergebenen Ziffernfolge und einer Prüfziffer. Gepflegt wird sie an drei Stellen: Firmeneinstellungen, Lagerstammdaten und Nummernkreise. Dokumentiert ist das nur für den Speditionsversand.

12. Quellen & offizielle Dokumentation

Alle folgenden Quellen wurden am 7. September 2026 abgerufen und im Volltext gegengelesen; die zitierten Formulierungen stammen wörtlich daraus. Herstellerdokumentation ändert sich — bitte prüfen Sie den Stand vor einer Umstellung erneut. Externe Quellen öffnen in einem neuen Tab.

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