Feeds & Preiskanäle

Preisvergleichsportale für Händler

Dieser Beitrag richtet sich an Händler, nicht an Käufer. Er zeigt, was idealo, billiger.de und Google Shopping wirklich kosten, welche Feed-Felder über eine Listung entscheiden und ab welcher Conversion Rate sich ein Klick trägt — mit Quellen, Stand-Datum und einer offengelegten Rechnung.

Illustration: ein Artikelstamm mit Preisschildern speist über einen Datenstrang drei Vergleichs-Schaufenster, aus denen Pfeile zurück auf einen Warenkorb mit Kassenbon führen
0,51 € Standard-Klickpreis bei idealo 32,95 € Grundgebühr bei billiger.de 500 × 500 Pixel Bildpflicht ab 2027

Preisvergleichsportale wie idealo, billiger.de oder Google Shopping vermitteln Klicks in Ihren Shop — verkauft wird bei Ihnen. Bezahlt wird pro Klick: idealo nennt für Deutschland 0,51 Euro netto, billiger.de 0,38 laut Preisliste plus 32,95 Euro Grundgebühr im Monat. Ob sich das rechnet, entscheidet Ihr Deckungsbeitrag je Bestellung, nicht der Klickpreis. Stand: 5. September 2026.

Für wen dieser Beitrag geschrieben ist: für Händlerinnen und Händler, die überlegen, ihr Sortiment in Preisvergleiche einzuspeisen. Wenn Sie als Käufer nach dem besten Vergleichsportal suchen, sind Sie hier falsch — wir vergleichen keine Portale für den Einkauf, sondern rechnen ihre Konditionen aus Verkäufersicht durch.

1. Preisvergleich, Marktplatz, Anzeige: drei verschiedene Dinge

Die drei Kanäle werden im Alltag oft in einen Topf geworfen, verhalten sich betriebswirtschaftlich aber völlig unterschiedlich. Der entscheidende Unterschied ist die Frage, wo der Kauf zustande kommt — denn daran hängen Kostenmodell, Kundenbeziehung und die Frage, wer die Rechnung schreibt.

Preisvergleich, Marktplatz und Suchanzeige im Vergleich
Kanalart Wo der Kauf stattfindet Was Sie zahlen Beispiele
Preisvergleichsportal in Ihrem eigenen Shop Klickpreis, teils zusätzlich eine Grundgebühr idealo, billiger.de, Google Shopping
Marktplatz auf der Plattform Provision vom Verkaufspreis, teils Grundgebühr OTTO Market, Amazon, eBay
Suchanzeige in Ihrem eigenen Shop Klickpreis über eine Auktion Textanzeigen in der Google-Suche

Das Preisvergleichsportal vermittelt also nur den Klick. Ihre Preise, Ihr Bezahlvorgang, Ihre Kundendaten — und Ihr Risiko, wenn der Besucher abspringt. Ein Marktplatz wie OTTO Market nimmt Ihnen die Abwicklung ab und behält dafür eine Provision vom Umsatz ein. Beim Portal zahlen Sie unabhängig davon, ob verkauft wird.

Ein Punkt überrascht viele Händler: In Deutschland ist Google Shopping selbst nur ein Preisvergleichsportal. Google schreibt dazu wörtlich, in Deutschland, Österreich, der Schweiz und 18 weiteren Ländern müssten Preisvergleichsportale verwendet werden, „um auf Google im Namen von Händlerinnen und Händlern Shopping-Anzeigen und Produkteinträge zu schalten“. Und weiter: Google Shopping könne „wie jedes andere Preisvergleichsportal auch, Gebote im Namen der vertretenen Händler abgeben“ (Quelle: Google Merchant Center Hilfe, abgerufen am 5. September 2026, öffnet in neuem Tab).

Praktisch heißt das: Sie zahlen Google nicht direkt für diese Anzeigen. Das Portal bezahlt Google für die Klicks und rechnet seinerseits gegenüber Ihnen ab — bei Google Shopping in der Regel nach Klickpreis. Der Hinweis „Von Preisvergleichsportal“ am Ende jeder Anzeige zeigt, welches Portal Ihr Angebot hochgeladen hat. Wer das Portal wechseln will, muss vollständig wechseln; einen Teilwechsel schließt Google ausdrücklich aus.

2. Die Portale und ihre Kostenmodelle

Die meisten Ratgeber schreiben „ab wenigen Cent pro Klick“ und lassen es dabei. Die Betreiber veröffentlichen ihre Konditionen aber offen. Wir haben sie am 5. September 2026 an der Quelle nachgelesen — hier stehen sie mit dem Wortlaut, den die Anbieter selbst verwenden.

Kostenmodelle der Preisvergleichsportale (Stand: 5. September 2026)
Portal Abrechnungsmodell Belegter Preis Was dazugehört
idealo Listing ausschließlich Klickpreis 0,51 € netto Standard-CPC für Deutschland, plus Mindestentgelt von 20 € netto Für Deutschland ist keine abweichende Kategorie-Staffel ausgewiesen. Die Preise steigen automatisch um 0,02 € pro Jahr.
billiger.de Klickpreis plus Grundgebühr „0,38 Cent bzw. 0,36 Cent mit Integration unseres Partnerbuttons“, dazu 32,95 € Grundgebühr im Monat Alle Preise zuzüglich 19 % Umsatzsteuer. Kündbar mit vier Wochen zum Monatsende, ohne feste Laufzeit. Ein Budget-Deckel ist vorgesehen.
Google — kostenlose Produkteinträge kostenfrei keine Klick- und keine Grundgebühr Google garantiert ausdrücklich nicht, dass Ihre Produkte ausgespielt werden. Voraussetzung ist ein regelkonformer Feed im Merchant Center.
Google Shopping-Anzeigen Klickpreis über Auktion kein Listenpreis — der Klickpreis entsteht im Gebotsverfahren In Deutschland nur über ein Preisvergleichsportal schaltbar. Das Portal zahlt Google, Google Shopping rechnet gegenüber Händlern in der Regel nach Klickpreis ab.

Zu idealo lohnt der genaue Wortlaut. Der Betreiber schreibt: „idealo Listing rechnet ausschließlich nach dem CPC-Modell ab“, und Kaufinteressierte würden „in deinen Shop weitergeleitet“. Eine Verkaufsprovision oder ein Kaufabschluss auf der Plattform ist damit heute nicht Teil des Modells. Kursierende Angaben zu einem Provisionsmodell stammen aus Sekundärquellen; wir geben sie nicht wieder, weil sie sich beim Betreiber nicht belegen lassen (Quelle: idealo, Kosten und Konditionen, abgerufen am 5. September 2026, öffnet in neuem Tab).

Zwei Formulierungen, die Sie im Vertrag klären sollten. idealo schreibt: „Für die Listung deiner Angebote fällt pro Kalendermonat und Angebot ein Mindestentgelt von 20 € netto … an. Das Mindestentgelt wird auch dann in voller Höhe fällig, wenn die CPC-Kosten darunterliegen.“ Was genau als „Angebot“ gilt — das einzelne Produkt oder die Listung je Länder-Domain —, steht auf der Konditionsseite nicht. Fragen Sie es vor der Unterschrift ab, denn davon hängt Ihre Untergrenze ab. Und billiger.de nennt „Cost per Click 0,38 Cent bzw. 0,36 Cent mit Integration unseres Partnerbuttons“. Gemeint ist ersichtlich Euro, nicht Cent; wir zitieren die Preisliste wörtlich, statt sie stillschweigend zu korrigieren.

Der eigentliche Unterschied liegt nicht bei den 13 Cent Klickpreisdifferenz, sondern in der Fixkosten-Mechanik. billiger.de erhebt eine Grundgebühr je Konto — 32,95 Euro im Monat, die sich über Ihr gesamtes Sortiment verteilen. idealos Mindestentgelt ist dagegen an die Listung gekoppelt und wird laut Betreiber auch dann voll fällig, wenn Sie es gar nicht verklicken. Dazu kommt bei idealo eine automatische Erhöhung: Die Klickpreise „erhöhen sich automatisch um 0,02 EUR … pro Jahr“. Rechnen Sie mehrjährige Kalkulationen also mit steigendem Klickpreis.

billiger.de bietet im Gegenzug etwas, das idealo an dieser Stelle nicht ausweist: eine Kostenbremse. Der Betreiber nennt sie „Kostenkontrolle“ und beschreibt sie als „Angabe Deines maximalen Klick-Limits/ Budget-Deckel“. Für einen Test mit begrenztem Risiko ist das der praktischere Einstieg. Alle Preise verstehen sich dort zuzüglich 19 Prozent Umsatzsteuer, der Vertrag ist mit vier Wochen zum Monatsende kündbar.

Eine Lücke benennen wir offen: Zu Kaufland finden Sie hier keine Zahlen. Die Konditionsseite des Betreibers ist durch einen Bot-Schutz gesperrt und war weder per Abruf noch über die Vorschau lesbar. Wir schätzen keine Konditionen — und Reichweiten- oder Besucherzahlen der Portale geben wir ebenfalls nicht wieder, weil die kursierenden Werte aus Vergleichs- und Agenturseiten stammen und nicht von den Betreibern.

3. Was sich 2026 im Merchant Center ändert

Google aktualisiert die Produktdatenspezifikation jedes Jahr. Der Jahrgang 2026 bringt drei Termine mit unterschiedlicher Verbindlichkeit — und genau diese Trennung geht in vielen Zusammenfassungen verloren. Die viel zitierte Bildmindestgröße ist seit April noch keine Pflicht.

Merchant-Center-Änderungen 2026 und 2027 (Ankündigung vom 14. April 2026)
Termin Was gilt Was Sie tun sollten
seit 14. April 2026 Neue Versandattribute auf Angebotsebene: Annahmeschluss für Bestellungen und Mindestbestellwert. Dazu Treueprogramm-Label am Versandattribut und das optionale Videoattribut, für das technische Prüfungen greifen. Prüfen, ob Ihr Feed-Werkzeug die neuen Felder liefern kann. Ohne sie läuft der Feed weiter — mit ihnen steuern Sie Versandversprechen je Angebot statt nur je Konto.
seit 30. Juni 2026 Produktvideos werden ausgeliefert, gleichzeitig starten Richtlinien- und Qualitätsprüfung. Ein fehlerhaftes Video blockiert laut Google nur sich selbst, nicht das Angebot. Videos nur einreichen, wenn Sie sie pflegen können. Der Bereich „Überprüfung erforderlich“ im Konto zeigt Probleme.
ab 31. Januar 2027 Die Mindestauflösung für Produktbilder steigt auf 500 mal 500 Pixel — für alle Produktkategorien und Marketingmethoden. Jetzt die Bildbestände prüfen. Seit dem 14. April 2026 warnt das Konto mit dem Hinweis „Bild zu klein für die bevorstehende Maßnahme“.

Google formuliert die Fristentrennung eindeutig: „Ab dem 14. April 2026 werden im Merchant Center Warnungen für Bilder ausgegeben, die nicht die aktualisierte Mindestauflösung aufweisen. Die Richtlinie tritt am 31. Januar 2027 in Kraft.“ Wer heute Bilder unterhalb von 500 mal 500 Pixeln liefert, verliert also noch keine Listung, sieht aber im Konto die Warnung „Bild zu klein für die bevorstehende Maßnahme“ (Quelle: Google, Spezifikationsupdate 2026, abgerufen am 5. September 2026, öffnet in neuem Tab).

Ein Detail nimmt Druck heraus: Google beginnt, einen Teil der zu kleinen Bilder selbst hochzurechnen, und schreibt dazu „Sie müssen in diesem Fall nichts unternehmen“. Verlassen sollten Sie sich darauf trotzdem nicht — hochgerechnete Bilder bleiben qualitativ schlechter als ein sauberes Original. Nutzen Sie die Zeit bis Anfang 2027, um Ihre Bildpipeline einmal auf eine ausreichende Ausgangsauflösung umzustellen. Das Konto-Setup dahinter beschreibt unser Beitrag zum Einrichten des Google Merchant Center; wie daraus Kampagnen werden, steht im Beitrag zum Einrichten von Google Shopping.

4. Der Feed: welche Felder wirklich entscheiden

Ein Feed scheitert selten am Format und fast immer an einzelnen Feldern. Google unterscheidet dabei drei Stufen und definiert sie wörtlich: „Erforderlich“ heißt, das Produkt kann sonst „nicht in Anzeigen und Produkteinträgen erscheinen“; „Es kommt darauf an“ heißt, die Pflicht hängt vom Produkt oder vom Zielland ab. Genau diese zweite Stufe ist die Falle.

Feed-Pflichtfelder im Vergleich: Google Merchant Center und billiger.de (Stand: 5. September 2026)
Feld Google Merchant Center billiger.de
Eindeutige Artikel-ID erforderlich erforderlich
Titel erforderlich erforderlich
Beschreibung erforderlich erforderlich
Link zur Produktseite erforderlich erforderlich
Produktbild erforderlich, ab 31.01.2027 mindestens 500 mal 500 Pixel erforderlich
Preis erforderlich erforderlich, als Endkundenpreis inklusive Mehrwertsteuer
Verfügbarkeit erforderlich empfohlen
Marke erforderlich für neue Produkte, außer Filme, Bücher und Musikaufnahmen erforderlich
GTIN oder EAN erforderlich für alle Produkte mit bekannter GTIN, sonst optional erforderlich bei Artikeln mit vom Hersteller vergebener GTIN
Herstellernummer (MPN) erforderlich nur ohne Hersteller-GTIN erforderlich, wenn keine Hersteller-GTIN vorliegt
Versandkosten „Es kommt darauf an“ — für Deutschland ausdrücklich erforderlich erforderlich für jedes Angebot
Lieferzeit optional, als Unterangabe zum Versandattribut erforderlich, immer mit Einheit
Grundpreis optional erforderlich, wenn die Grundpreisangabe gesetzlich nötig ist
Shop-Kategorie optional erforderlich

Der wichtigste Befund steht in der Zeile mit den Versandkosten. Global führt Google das Versandattribut als „Es kommt darauf an“ — für Deutschland aber schreibt die Spezifikation ausdrücklich: „Versandkosten sind bei Shopping-Anzeigen und Produkteinträgen für die folgenden Länder erforderlich: Deutschland, Österreich, Schweiz …“. Wer die Spalte nur überfliegt, hält das Feld für optional und wundert sich über abgelehnte Angebote (Quelle: Google Produktdatenspezifikation, abgerufen am 5. September 2026, öffnet in neuem Tab).

billiger.de ist an dieser Stelle strenger und deutlicher. Versandkosten und Lieferzeit stehen dort in der Liste der Attribute, die für alle Angebote erforderlich sind. Der Leitfaden gibt sogar den Umgang mit Sonderfällen vor: Wird ab einem bestimmten Warenwert kostenfrei versandt und liegt das Angebot darüber, ist der Wert 0.00 einzutragen. Zur Lieferzeit heißt es, sie sei „immer mit Einheit“ anzugeben. Und die Begründung nennt der Betreiber gleich mit: „Fehlende Versandkosten führen in den meisten Fällen zu Kaufabbrüchen.“

Bei der Produktnummer arbeiten beide Portale nach derselben Logik, auch wenn die Wortwahl abweicht: Pflicht ist die GTIN dort, wo der Hersteller eine vergeben hat; fehlt sie, tritt die Herstellernummer an ihre Stelle. Woher Sie eigene Nummern legitim bekommen und welche Feed-Fehler daran hängen, haben wir im Beitrag zu GTIN und EAN auseinandergenommen. Ein weiterer Unterschied betrifft die Preisbasis: billiger.de verlangt ausdrücklich Endkundenpreise inklusive Mehrwertsteuer, Kleinunternehmer ausgenommen.

5. Preisangaben: was Gesetz und Portal verlangen

Zwei Pflichten aus dem Preisangabenrecht schlagen direkt in den Feed durch, weil die Portale genau diese Angaben abfragen. Beide stehen in der Preisangabenverordnung und gelten für Ihr Angebot gegenüber Verbrauchern.

Der Grundpreis. Nach Paragraf 4 Absatz 1 PAngV muss, wer Waren nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche anbietet oder dafür wirbt, „neben dem Gesamtpreis auch den Grundpreis unmissverständlich, klar erkennbar und gut lesbar“ angeben. Absatz 3 nimmt unter anderem Waren unter 10 Gramm oder 10 Millilitern aus. billiger.de bildet das im Feed direkt ab: Die Grundpreisfelder sind dort „erforderlich, wenn die Grundpreisangabe nach lokalen Gesetzen und Vorschriften notwendig ist“ (Stand: 5. September 2026).

Umsatzsteuer und Versandkosten. Paragraf 6 Absatz 1 PAngV verlangt bei Fernabsatzverträgen die Angabe, „dass die für Waren oder Leistungen geforderten Preise die Umsatzsteuer und sonstige Preisbestandteile enthalten“ und „ob zusätzlich Fracht-, Liefer- oder Versandkosten oder sonstige Kosten anfallen“. Fallen sie an, ist nach Absatz 2 auch ihre Höhe anzugeben, „soweit diese Kosten vernünftigerweise im Voraus berechnet werden können“.

Eine Abgrenzung ist uns wichtig: Wir behaupten nicht, die Preisangabenverordnung regle die Darstellung im Vergleichsportal. Verkäufer sind Sie, nicht das Portal, und eine Norm oder Behördenquelle dazu haben wir nicht gefunden. Die betriebliche Ebene reicht ohnehin aus, um dasselbe Ergebnis zu erzwingen: Google macht Versandkosten für Deutschland zur Pflicht, billiger.de für jedes Angebot — und beide Portale verlangen Preise, die zu Ihrer Produktseite passen. Wer den Feed sauber hält, erfüllt die Angabenpflichten in aller Regel ohnehin.

6. Wann sich ein Portal rechnet

Die Frage „Was kostet der Klick?“ ist die falsche. Die richtige lautet: Wie viel Deckungsbeitrag bleibt Ihnen je Bestellung, und wie viele Klicks brauchen Sie dafür? Wir rechnen das an einem Beispiel durch. Die Ausgangswerte sind frei gewählt und stehen hier offen, damit Sie sie durch Ihre eigenen ersetzen können — es ist ein Rechenweg, kein Benchmark.

Beispielrechnung: Deckungsbeitrag je Bestellung (frei gewählte Werte)
Rechenschritt Wert
Verkaufspreis brutto 89,00 €
Nettoerlös (89,00 geteilt durch 1,19) 74,79 €
abzüglich Wareneinsatz 45,00 €
abzüglich Versand und Verpackung 5,50 €
abzüglich Zahlungsgebühr (2 % vom Bruttopreis) 1,78 €
Deckungsbeitrag je Bestellung 22,51 €

Aus diesen 22,51 Euro lässt sich die Schwelle ableiten, ab der ein Klick sich selbst trägt. Sie ist einfach zu rechnen: Klickpreis geteilt durch Deckungsbeitrag ergibt die Conversion Rate, die der Kanal mindestens erreichen muss.

Beispielrechnung: Break-even je Portal bei 22,51 Euro Deckungsbeitrag
Kennzahl idealo billiger.de
Klickpreis laut Portal 0,51 € 0,38
Conversion Rate, ab der ein Klick sich trägt 2,27 % 1,69 %
Deckungsbeitrag je Klick bei 3 % Conversion Rate 0,68 € 0,68 €
was nach dem Klickpreis übrig bleibt 0,17 € 0,30 €
Klickkosten je Bestellung bei 3 % Conversion Rate 17,00 € 12,67 €
Deckungsbeitrag je Bestellung nach Klickkosten 5,51 € 9,84 €

Jetzt kommen die Fixkosten dazu, und hier trennen sich die Modelle. Bei billiger.de bleiben nach dem Klickpreis 0,30 Euro je Klick übrig. Die Grundgebühr von 32,95 Euro ist erst nach rund 112 Klicks im Monat hereingeholt — die aber über Ihr gesamtes Sortiment zusammenkommen dürfen. Bei drei Prozent Conversion Rate entspricht das etwa 3,4 Bestellungen im Monat. Für einen Shop mit laufendem Geschäft ist diese Schwelle niedrig.

Bei idealo bleiben nach dem Klickpreis 0,17 Euro je Klick. Ein Mindestentgelt von 20 Euro ist damit nach rund 30 Klicks erwirtschaftet. Die Kontrollrechnung: 30 Klicks bringen 20,26 Euro Deckungsbeitrag, die Kosten liegen bei 20,00 Euro, weil die tatsächlichen Klickkosten mit 15,30 Euro unter dem Mindestentgelt bleiben. Erst ab rund 39 Klicks übersteigen die Klickkosten das Mindestentgelt überhaupt. Entscheidend ist deshalb, worauf sich diese 20 Euro beziehen — und das ist genau die Formulierung, die Sie im Vertrag klären sollten.

Zwei Hinweise zur Ehrlichkeit dieser Rechnung. Erstens ignoriert sie Retouren; setzen Sie Ihre Retourenquote als weiteren Abzug an, verschiebt sich die Schwelle spürbar nach oben. Zweitens ist die Conversion Rate keine Konstante, sondern hängt an Preisposition, Lieferzeit und Shopbewertung. Rechnen Sie deshalb mit einem Korridor, nicht mit einem Punktwert — und messen Sie nach vier Wochen nach.

7. Preisführung und Repricing

In einem Preisvergleich steht Ihr Angebot in einer sortierten Liste. Der Reflex, immer auf Platz eins zu wollen, ist teuer und selten richtig. Sinnvoll ist ein Margenkorridor: eine Ober- und eine Untergrenze je Artikel, innerhalb derer automatisch nachgezogen werden darf — und außerhalb derer der Kanal das Angebot lieber gar nicht ausspielt.

Automatisches Nachziehen trägt, wenn:

  • Ihr Deckungsbeitrag je Bestellung ist bekannt — je Artikel, nicht als Sortimentsdurchschnitt.
  • Sie haben eine Preisuntergrenze definiert, unter die kein automatischer Schritt geht.
  • Der Artikel ist über GTIN eindeutig — nur dann vergleichen die Portale wirklich dasselbe Produkt.
  • Ihre Versandkosten stehen im Feed, denn viele Portale sortieren nach dem Gesamtpreis.
  • Sie können nachziehen, ohne dass Shop, Marktplätze und Portal auseinanderlaufen.

Finger weg vom Automatismus, wenn:

  • Sie kennen nur die Bruttomarge und rechnen Retouren, Zahlungs- und Klickkosten nicht gegen.
  • Der günstigste Anbieter ist ein Dropshipper ohne Lagerkosten — dieser Preis ist für Sie kein Ziel.
  • Ihr Sortiment ist austauschbar und die Preisspanne liegt im Cent-Bereich; hier gewinnt die Logistik, nicht der Preis.
  • Sie haben Preisbindungen oder Herstellervorgaben, die eine automatische Anpassung ausschließen.

Werkzeuge zur Preisbeobachtung nehmen Ihnen das Sammeln der Wettbewerbspreise ab und schreiben neue Preise nach Regeln zurück. Wir setzen dafür Dealavo für Preismonitoring und Repricing ein. Ein Versprechen geben wir dabei bewusst nicht: Wie viel Umsatz eine Regel bringt, hängt an Sortiment, Wettbewerb und Lieferfähigkeit — belastbare Uplift-Zahlen gibt es dazu nicht, und wir erfinden keine. Der messbare Nutzen liegt zuerst woanders: Sie sehen, wo Sie unnötig Marge verschenken, weil Ihr Preis deutlich unter dem nächstbesten Anbieter liegt.

Wichtig ist die Reihenfolge. Erst die Strategie, dann die Automatik. Welche Preisarten es gibt und wann welche passt, ordnet unser Beitrag zur Preisstrategie im E-Commerce ein. Ein Repricer, der auf einer ungeklärten Strategie läuft, beschleunigt nur die falschen Entscheidungen.

8. Messung: welches Portal welchen Deckungsbeitrag bringt

Ohne saubere Zuordnung bleibt jede Portalentscheidung Bauchgefühl. Das größte Messproblem entsteht dabei nicht im Portal, sondern in Ihrer eigenen Analyse — weil bezahlter Traffic ohne Kennzeichnung als organischer Verweis verbucht wird und der Kanal dadurch besser aussieht, als er ist.

  1. Jeden Portal-Link eigenständig kennzeichnen: Ohne eigene Kampagnenparameter am Ziel-Link ordnet Google Analytics 4 den Klick dem unbezahlten Kanal „Verweis“ zu — dem Channel für Links außerhalb von Anzeigen. Der Klick war aber bezahlt.
  2. Das Medium passend setzen: Der Channel „Bezahlte Shopping-Anzeigen“ greift laut Google nur, wenn das Medium zum Muster für bezahlte Zugriffe passt, etwa cpc oder paid. Sonst bleibt der Umsatz im falschen Kanal stehen.
  3. Kosten je Portal daneben legen: Klickkosten und Grundgebühren stehen in der Portalabrechnung, nicht in der Statistik. Führen Sie beide Zahlen im selben Zeitraum zusammen, sonst vergleichen Sie Umsatz mit Umsatz.
  4. Deckungsbeitrag statt Umsatz bewerten: Ziehen Sie Wareneinsatz, Versand, Zahlungsgebühren, Retouren und Klickkosten ab. Erst diese Zahl beantwortet, ob der Kanal Geld verdient. Die Systematik dahinter rechnen wir separat durch.

Google beschreibt den Channel „Verweis“ als den Kanal, bei dem Nutzer „über Links außerhalb von Anzeigen“ auf Ihre Website gelangen. Ein Portalklick ist genau das nicht. Damit er im richtigen Topf landet, braucht der Ziel-Link ein Medium, das zum Muster für bezahlte Zugriffe passt — Google nennt für den Channel „Bezahlte Shopping-Anzeigen“ neben einer Quellenliste ausdrücklich eine Medium-Bedingung (Quelle: Google Analytics 4, Standard-Channelgruppierung, abgerufen am 5. September 2026, öffnet in neuem Tab).

Der zweite Schritt ist die Bewertungsgröße. Umsatz je Portal ist eine schöne Zahl und eine schlechte Entscheidungsgrundlage, weil Klickkosten und Grundgebühren darin nicht vorkommen. Wie Sie stattdessen von der Werbeausgabenrendite zur margenbasierten Betrachtung kommen, rechnen wir im Beitrag zu ROAS und POAS Schritt für Schritt vor. Übertragen auf Preisvergleiche heißt das: Ein Portal mit halb so viel Umsatz, aber doppelt so hoher Klickqualität kann der bessere Kanal sein.

9. Der Datenweg aus JTL-Wawi

Wenn Ihre Warenwirtschaft JTL-Wawi ist, liegt der Artikelstamm bereits an einer Stelle. Die Frage ist nur, wie er in die Portale kommt. Eine Vorbemerkung dazu, weil sie in Angeboten oft falsch dargestellt wird: Feed-Werkzeuge wie Channable haben keine native JTL-Integration. Nativ angebunden sind dort Shopsysteme. Es gibt aber drei erprobte Wege.

  1. Über den angebundenen Shop: JTL-Wawi hält den Artikelstamm, der Shop führt ihn, und das Feed-Werkzeug dockt nativ am Shopsystem an. Der pragmatischste Weg, wenn Ihr Sortiment ohnehin vollständig im Shop liegt.
  2. Direkter Feed aus JTL-Wawi: Ein Export über die Ameise oder eine Exportvorlage liefert CSV oder XML, das Feed-Werkzeug importiert es als Datenquelle. Sie bestimmen die Feldstruktur selbst und sind unabhängig davon, was der Shop führt.
  3. Individuelle Schnittstelle: Eine eigene Integration über eine API oder eine Automatisierungsstrecke — nötig, sobald Attribute, Kategorien oder Rückkanäle nicht zum Standard passen.

Welcher Weg passt, entscheidet Ihr Setup — nicht das Werkzeug. Liegt das Sortiment vollständig im Shop, ist der erste Weg der schnellste. Führen Sie Artikel, die im Shop gar nicht stehen, brauchen Sie den Export aus der Wawi. Sollen Portalklicks später mit Bestell- und Retourendaten zusammenlaufen, führt kein Weg an einer eigenen Strecke vorbei. Wir richten alle drei als Teil eines Feed-Management-Setups mit Channable ein und wählen den passenden gemeinsam mit Ihnen aus.

Unabhängig vom Weg entscheidet die Datenqualität in der JTL-Wawi über das Ergebnis. GTIN, Marke, Versandkosten, Lieferzeit und ein Bild in ausreichender Auflösung müssen dort gepflegt sein, sonst repariert der Feed am Ende nur Symptome. Wo Attribute, Kategorien oder Rückkanäle nicht zum Standard passen, ergänzen wir sie über eine individuelle Datenintegration, statt Listen von Hand zu pflegen.

10. Fazit: erst die Marge kennen, dann listen

Preisvergleichsportale sind ein planbarer Kanal, weil die Konditionen offen stehen und die Rechnung einfach ist. Sie zahlen für Klicks, nicht für Umsatz — und tragen damit das Konversionsrisiko selbst. Genau deshalb ist der Deckungsbeitrag je Bestellung die einzige Zahl, die vor dem Start feststehen muss. Wer sie kennt, kann die Break-even-Conversion-Rate in zwei Minuten ausrechnen.

Unser Rat aus Projekten: Starten Sie mit einer Auswahl margenstarker Artikel statt mit dem vollständigen Katalog, klären Sie die Bezugsgröße der Mindestentgelte vorab und nutzen Sie einen Budget-Deckel, wo der Anbieter einen anbietet. Bringen Sie parallel den Feed in Ordnung — Versandkosten, Lieferzeit, GTIN und Bildauflösung sind die vier Felder, an denen es in der Praxis hängt. Und tragen Sie sich den 31. Januar 2027 als Bildfrist in den Kalender.

Preisvergleichsportale auf einen Blick
  • AbrechnungKlickpreis, nicht Provision — der Kauf findet in Ihrem Shop statt
  • idealo0,51 € netto Standard-CPC für Deutschland, plus Mindestentgelt 20 € netto
  • billiger.de„0,38 Cent“ laut Preisliste plus 32,95 € Grundgebühr im Monat
  • Google Shoppingkostenlose Produkteinträge, Anzeigen nur über ein Preisvergleichsportal
  • Pflichtfeld für DeutschlandVersandkosten — bei Google und bei billiger.de
  • Frist im Kalender500 mal 500 Pixel Mindestbildgröße ab 31. Januar 2027

Alle Preis- und Fristangaben stammen von den Betreiberseiten von idealo, billiger.de und Google sowie aus der Preisangabenverordnung, jeweils abgerufen am 5. September 2026. Konditionen ändern sich; verbindlich sind Ihr Vertrag und die jeweils aktuelle Konditionsübersicht des Anbieters. Die vollständige Quellenliste steht am Ende des Beitrags.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt den Stand vom 5. September 2026 wieder und ersetzt keine Rechtsberatung. Die Ausführungen zur Preisangabenverordnung ordnen die Rechtslage allgemein ein; ob und wie eine Pflicht auf Ihr Sortiment zutrifft, klären Sie bitte mit einer auf E-Commerce spezialisierten Kanzlei.

11. Häufige Fragen zu Preisvergleichsportalen

Was kosten Preisvergleichsportale für Händler?

Zwei Modelle sind belegt. idealo rechnet ausschließlich per Klick ab und nennt für Deutschland einen Standard-CPC von 0,51 Euro netto. billiger.de kombiniert einen Klickpreis von 0,38 laut Preisliste mit einer monatlichen Grundgebühr von 32,95 Euro. Beide Angaben verstehen sich netto. Google bietet daneben kostenlose Produkteinträge an (Stand: 5. September 2026).

Was kostet ein Klick bei idealo?

Für Deutschland weist idealo einen Standard-CPC von 0,51 Euro netto aus. Er gilt immer dann, wenn für eine Produktkategorie kein eigener Klickpreis ausgewiesen ist; für Deutschland steht auf der Konditionsseite keine solche Kategorie-Staffel. Die Preise steigen laut Betreiber jährlich automatisch um 2 Cent (Stand: 5. September 2026).

Wie rechnet billiger.de ab?

billiger.de nennt in seiner Preisliste einen Klickpreis von „0,38 Cent bzw. 0,36 Cent mit Integration unseres Partnerbuttons“ und zusätzlich eine monatliche Grundgebühr von 32,95 Euro. Alle Preise verstehen sich zuzüglich 19 Prozent Umsatzsteuer. Der Vertrag ist mit vier Wochen zum Monatsende kündbar, ohne feste Laufzeit (Stand: 5. September 2026).

Ist Google Shopping für Händler kostenlos?

Teilweise. Produkteinträge aus dem Merchant Center erscheinen laut Google kostenlos in Suche, Maps, Gemini, YouTube, Shopping-Tab, Bildern und Lens. Eine Ausspielung garantiert Google ausdrücklich nicht. Shopping-Anzeigen dagegen kosten pro Klick und laufen in Deutschland zwingend über ein Preisvergleichsportal, das sogenannte CSS-Programm.

Welche Felder braucht ein Produktfeed für Preisvergleichsportale?

Bei Google sind ID, Titel, Beschreibung, Link, Bild, Verfügbarkeit und Preis unbedingt erforderlich; Marke, GTIN und MPN hängen vom Produkt ab. Versandkosten sind für Deutschland ausdrücklich Pflicht. billiger.de verlangt zusätzlich Lieferzeit und Shop-Kategorie und fordert Versandkosten für jedes Angebot (Stand: 5. September 2026).

Was ändert sich 2026 im Google Merchant Center?

Seit dem 14. April 2026 gibt es neue Versandattribute auf Angebotsebene, Treueprogramm-Felder und ein optionales Videoattribut. Seit dem 30. Juni 2026 werden diese Videos ausgeliefert und geprüft. Die neue Bildmindestauflösung von 500 mal 500 Pixeln bringt seit April nur Warnungen; als Richtlinie greift sie erst am 31. Januar 2027.

Ab wann rechnet sich ein Preisvergleichsportal?

Wenn Ihr Deckungsbeitrag je Bestellung mal Conversion Rate über dem Klickpreis liegt. Bei 22,51 Euro Deckungsbeitrag liegt die Schwelle rechnerisch bei 2,27 Prozent für einen Klick zu 0,51 Euro. Fixkosten kommen obendrauf und müssen über die gesamte Klickmenge des Monats hereinkommen, nicht je Bestellung.

Wie messe ich, welches Portal sich lohnt?

Kennzeichnen Sie jeden Portal-Link mit eigenen UTM-Parametern, sonst landet bezahlter Traffic in Google Analytics 4 im unbezahlten Kanal „Verweis“. Bewerten Sie danach nicht den Umsatz, sondern den Deckungsbeitrag nach Klickkosten, Retouren und Zahlungsgebühren. Erst diese Zahl sagt, ob ein Kanal Geld verdient oder verbrennt.

Wie kommen meine JTL-Wawi-Daten auf die Portale?

Über drei Wege. Erstens über den angebundenen Shop, wenn ein Feed-Werkzeug nativ am Shopsystem andockt. Zweitens über einen direkten Export aus JTL-Wawi, etwa per Ameise oder Exportvorlage. Drittens über eine individuelle Schnittstelle, sobald Attribute, Kategorien oder Rückkanäle nicht zum Standard passen.

12. Quellen & offizielle Informationen

Alle Angaben in diesem Beitrag stützen sich auf die folgenden Quellen. Alle wurden am 5. September 2026 abgerufen und im Text gegengelesen. Externe Quellen öffnen in einem neuen Tab.

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