Mollie ist ein niederländischer Zahlungsdienstleister, über den Sie mehr als 30 Zahlarten mit einem einzigen Vertrag anbieten. Es gibt keine Grundgebühr und keine Einrichtungskosten, abgerechnet wird je erfolgreicher Transaktion: europäische Verbraucherkarten kosten 1,80 Prozent plus 0,25 Euro, Klarna 2,99 Prozent plus 0,35 Euro, eine SEPA-Lastschrift pauschal 0,35 Euro (Mollie-Angaben, Stand 30. August 2026).
Hinweis: Alle Sätze in diesem Beitrag stammen von der offiziellen Mollie-Preisseite für Deutschland und dem Mollie-Hilfecenter, abgerufen am 30. August 2026. Mollie passt Konditionen an und vereinbart ab einem monatlichen Volumen von 100.000 Euro individuelle Preise — maßgeblich sind immer die Konditionen in Ihrem eigenen Mollie-Konto. Dieser Beitrag ist allgemeine Information und ersetzt keine Steuerberatung.
1. Was Mollie ist — und wie das Preismodell funktioniert
Mollie B.V. sitzt an der Keizersgracht in Amsterdam, ist dort unter der Handelsregisternummer 30204462 eingetragen und laut eigenem Impressum ein von der niederländischen Zentralbank DNB zugelassener Zahlungsdienstleister. Für Sie als Händler ist das mehr als eine Fußnote: Eingehende Kundengelder verwahrt eine eigens gegründete Stiftung, die Stichting Mollie Payments, getrennt vom Firmenvermögen. Genau dieser Name taucht später auf dem Kontoauszug Ihrer Kundschaft auf — dazu unten mehr, denn er verursacht mehr Support-Anfragen, als man erwarten würde.
Preislich unterscheidet sich Mollie in einem Punkt deutlich von klassischen Acquirern: Es gibt keine Grundgebühr, keine Einrichtungskosten und keine Mindestlaufzeit. Sie zahlen ausschließlich für erfolgreiche Transaktionen. Das klingt banal, verschiebt aber die Risikoverteilung — ein saisonaler Shop mit vier schwachen Monaten zahlt in diesen Monaten schlicht fast nichts.
Abgerechnet wird nach dem Blended-Pricing-Modell: Sie sehen einen einzigen Satz je Zahlart statt einer Aufschlüsselung in Interbankenentgelt, Kartensystem-Gebühr und Marge des Acquirers. Das macht die Kalkulation einfach und schützt vor Überraschungen, wenn die Kartensysteme ihre Sätze anheben. Der Preis dafür: Sie sehen nicht, wo Ihr Geld hingeht, und profitieren nicht davon, wenn Ihr Kartenmix günstig ist. Die transparente Alternative — die sogenannte IC++-Abrechnung — bietet Mollie erst im Volumenmodell an, das laut Preisseite ab 100.000 Euro monatlichem Transaktionsvolumen beginnt.
- Ein Vertrag, viele Zahlarten. Klarna, PayPal, Kartenzahlung und lokale Verfahren aktivieren Sie per Schalter im Dashboard, statt für jede Methode einzeln zu verhandeln.
- Keine Fixkosten im Leerlauf. Ohne Grundgebühr kostet ein umsatzschwacher Monat auch keine Bereitstellungspauschale.
- Kalkulierbarer Einzelpreis. Ein Satz je Zahlart lässt sich in eine Deckungsbeitragsrechnung übernehmen, ohne dass Sie Karten-Typen prognostizieren müssen.
Wenn Sie noch grundsätzlich vor der Anbieterwahl stehen und erst die Kriterien sortieren wollen, beginnen Sie besser eine Ebene höher: Unser Beitrag zur Auswahl von Zahlungsdienstleistern für Online-Shops ordnet Gebührenmodelle, Auszahlungszyklen, PSD2 und Integrationsaufwand ein, ohne sich auf einen Anbieter festzulegen. Dieser Beitrag hier macht das Gegenteil: Er rechnet einen Anbieter konkret durch.
2. Die Mollie-Gebühren in Deutschland
Fast jede Zahlart folgt demselben Muster aus prozentualem Anteil und Festbetrag. Zwei Ausnahmen sind für die Kalkulation entscheidend: SEPA-Lastschrift und SEPA-Überweisung haben keinen Prozentanteil. Sie kosten immer denselben Betrag, egal ob die Bestellung 20 oder 2.000 Euro schwer ist.
| Zahlart | Gebühr je Transaktion | Wann sie greift |
|---|---|---|
| Kreditkarte, Verbraucherkarte aus dem EWR | 1,80 % + 0,25 € | Der Normalfall im Privatkunden-Shop: Visa und Mastercard von europäischen Endkunden. |
| Kreditkarte, kommerzielle Karte aus dem EWR | 2,90 % + 0,25 € | Firmenkarten. Im B2B-Handel ist das der Regelfall, nicht die Ausnahme. |
| Kreditkarte von außerhalb des EWR | 3,25 % + 0,25 € | Greift bei Kundschaft aus Drittländern, unabhängig von der Lieferadresse. |
| American Express | 2,90 % + 0,25 € | Fester Satz, unabhängig davon, ob privat oder geschäftlich gezahlt wird. |
| Apple Pay und Google Pay | Satz der hinterlegten Karte | Beide sind Karten-Wallets, keine eigenständigen Zahlarten mit eigenem Preis. |
| Klarna (Deutschland, Österreich, Schweiz) | 2,99 % + 0,35 € | Deckt Rechnungs- und Ratenkauf ab. Für Frankreich und Südeuropa gelten höhere Sätze. |
| Riverty | 2,99 % + 0,35 € | Alternative für Rechnungskauf im deutschsprachigen Raum und in den Benelux-Ländern. |
| Billie (B2B-Rechnungskauf) | 3,49 % + 0,35 € | Rechnungskauf für Geschäftskunden — die teuerste, aber im B2B oft entscheidende Zahlart. |
| PayPal | PayPal-Gebühren + 0,10 € | Sie zahlen den PayPal-Satz plus zehn Cent für die Abwicklung über Mollie. |
| SEPA-Lastschrift | 0,35 € | Reine Fixgebühr ohne Prozentanteil — bei großen Warenkörben unschlagbar günstig. |
| SEPA-Banküberweisung | 0,25 € | Vorkasse per Überweisung, ebenfalls ohne prozentualen Anteil. |
| EPS (Österreich) und TWINT (Schweiz) | 1,50 % bzw. 2,30 % + 0,25 € | Zwei Beispiele für lokale Verfahren, die Sie ohne Extra-Vertrag zuschalten. |
Der Sonderfall in dieser Liste ist PayPal. Mollie berechnet dafür keinen eigenen Satz, sondern die PayPal-Gebühren zuzüglich zehn Cent je Transaktion. Sie kaufen also nicht günstigere PayPal-Konditionen ein, sondern einen einheitlichen Abgleich: alle Zahlarten in einem Dashboard, in einer Auszahlung, in einem Datenstrom. Ob sich diese zehn Cent lohnen, hängt davon ab, wie viel Handarbeit Ihnen die getrennte PayPal-Abrechnung heute kostet. Wie sich die PayPal-Gebühr selbst zusammensetzt, rechnen wir in unserem Beitrag zu den PayPal-Gebühren für Händler über die gesamte Warenkorb-Spanne durch.
3. Rechenbeispiele: welche Zahlart welchen Anteil frisst
Die interessante Frage ist nicht, welcher Prozentsatz auf der Preisseite steht, sondern was am Ende je Bestellung übrig bleibt. Die folgende Tabelle rechnet drei typische Zahlarten über vier Warenkorbgrößen durch — Kartenzahlung mit europäischer Verbraucherkarte, Klarna im DACH-Raum und SEPA-Lastschrift.
| Warenkorb | Karte (EWR) | Klarna | SEPA-Lastschrift | Spanne |
|---|---|---|---|---|
| 15,00 € | 0,52 € · 3,5 % | 0,80 € · 5,3 % | 0,35 € · 2,3 % | 0,45 € |
| 45,00 € | 1,06 € · 2,4 % | 1,70 € · 3,8 % | 0,35 € · 0,8 % | 1,35 € |
| 120,00 € | 2,41 € · 2,0 % | 3,94 € · 3,3 % | 0,35 € · 0,3 % | 3,59 € |
| 450,00 € | 8,35 € · 1,9 % | 13,81 € · 3,1 % | 0,35 € · 0,1 % | 13,46 € |
Die rechte Spalte ist die eigentliche Botschaft. Bei einem Warenkorb von 450 Euro liegen zwischen Klarna und Lastschrift — den beiden Polen im Endkundengeschäft — 13,46 Euro bei einer einzigen Bestellung. Rechnerisch teurer sind nur zwei Sonderfälle: Karten von außerhalb des EWR und der B2B-Rechnungskauf Billie. Hochgerechnet auf 1.000 Bestellungen à 120 Euro, also 120.000 Euro Umsatz, ergibt das 3.940 Euro Gebühren bei reiner Klarna-Nutzung, 2.410 Euro bei reiner Kartenzahlung und 350 Euro, wenn alles per Lastschrift liefe. Nicht der Anbieterwechsel bewegt hier die größten Beträge, sondern die Frage, welche Zahlart Ihre Kundschaft am Ende wählt.
Das heißt ausdrücklich nicht, dass Sie teure Zahlarten abschalten sollten. Rechnungs- und Ratenkauf existieren, weil sie Bestellungen auslösen, die sonst nicht zustande kämen — die Gebühr ist der Preis für Umsatz, den Sie sonst nicht hätten. Die Frage lautet, ob Sie günstigere Alternativen überhaupt sichtbar anbieten. In vielen Shops steht die Lastschrift ganz unten oder fehlt komplett, obwohl sie bei Stammkundschaft und im Abo-Geschäft gut funktioniert.
Die B2B-Falle: Firmenkarten kosten deutlich mehr
Der Satz von 1,80 Prozent gilt nur für Verbraucherkarten aus dem Europäischen Wirtschaftsraum. Bezahlt ein Geschäftskunde mit der Firmenkarte, greift der Satz für kommerzielle Karten: 2,90 Prozent plus 0,25 Euro. Bei 120 Euro Warenkorb sind das 3,73 Euro statt 2,41 Euro. Kommt die Karte von außerhalb des EWR, werden es 4,15 Euro. Ein B2B-Shop, der mit dem Verbrauchersatz kalkuliert, unterschätzt seine Zahlungskosten also um mehr als die Hälfte.
Für den B2B-Handel relevant ist außerdem Billie, der Rechnungskauf für Geschäftskunden, den Mollie mit 3,49 Prozent plus 0,35 Euro ansetzt. Das ist die teuerste Position im Katalog — und im Geschäftskundengeschäft trotzdem oft die entscheidende, weil Firmen auf Rechnung bestellen wollen. Welche Anbieter es in diesem Feld sonst gibt und wer das Ausfallrisiko trägt, ordnet unser Beitrag zu Buy Now Pay Later für Händler ein.
4. Zahlartenabdeckung im deutschen Markt
Gebühren entscheiden über die Marge, die Zahlartenabdeckung über den Umsatz. Ein fehlendes Verfahren im Checkout kostet nicht ein paar Cent, sondern die komplette Bestellung. Für den deutschen Markt ist die Lage überschaubar: Erwartet werden PayPal, Kauf auf Rechnung, Kartenzahlung und Lastschrift — alle vier deckt Mollie ab, den Rechnungskauf über Klarna, Riverty oder Billink.
- Der DACH-Standard ist vollständig da. PayPal, Klarna, Karte und Lastschrift laufen über denselben Vertrag; EPS für Österreich und TWINT für die Schweiz schalten Sie ohne zusätzliche Verhandlung dazu.
- Expansion ohne neue Verträge. Wer in die Niederlande oder nach Belgien verkauft, aktiviert iDEAL beziehungsweise Bancontact im Dashboard, statt einen lokalen Anbieter zu suchen.
- Wallets ohne Preisaufschlag. Apple Pay und Google Pay laufen zum Satz der hinterlegten Karte — sie sind eine Bezahloberfläche, keine eigene Kostenposition.
- Rechnungskauf mit Auswahl. Klarna, Riverty und Billink liegen preislich gleichauf; Sie können also nach Kundenerlebnis entscheiden statt nach Gebühr.
Drei Punkte gehören zur ehrlichen Gegenrechnung:
- Die Marke im Checkout ist nicht Ihre. Bei PayPal über Mollie bleibt PayPal der Vertragspartner Ihrer Kundschaft; bei Klarna bleibt es Klarna. Konflikte laufen deshalb über zwei Ebenen — den Zahlartenanbieter und Mollie.
- Kein Kartenvertrag heißt kein Direktkontakt. Wer Sonderkonditionen mit einem Acquirer aushandeln will, braucht einen Acquirer-Vertrag. Im Blended-Modell verhandeln Sie mit Mollie, nicht mit dem Kartensystem.
- „Stichting Mollie Payments" auf dem Kontoauszug. Ihre Kundschaft sieht nicht Ihren Shopnamen, sondern den der Stiftung. Wer die Abbuchung nicht zuordnen kann, meldet im Zweifel eine unberechtigte Zahlung — und aus einem Missverständnis wird ein kostenpflichtiger Vorgang.
Genau der letzte Punkt lässt sich mit wenig Aufwand entschärfen: eine klare Zahlungsbeschreibung hinterlegen, in der Bestellbestätigung ankündigen, wann und unter welchem Namen abgebucht wird, und den Shopnamen in der E-Mail-Betreffzeile führen. Aus unseren Projekten ist das die günstigste Maßnahme gegen Rücklastschriften überhaupt — sie kostet einen Nachmittag und wirkt sofort.
5. Anbindung an JTL, Shopify und Shopware
Die technische Anbindung entscheidet darüber, ob aus einem günstigen Satz auch ein günstiger Prozess wird. Vier Wege sind für den deutschsprachigen Mittelstand relevant:
JTL-Shop: kostenfreies Plugin aus dem Extension Store
Der JTL Extension Store führt „Mollie Payments" für JTL-Shop 5 zum Preis „Kostenfrei"; eine Fassung für JTL-Shop 4 gibt es ebenfalls. Hersteller des Plugins ist laut Store-Eintrag die WebStollen GmbH, der Quellcode liegt in Mollies eigener GitHub-Organisation. Sie installieren das Plugin, hinterlegen einen API-Schlüssel aus dem Mollie-Dashboard und schalten die gewünschten Zahlarten frei.
JTL-Wawi: Zahlungen, Erstattungen und Versandstatus synchronisieren
Mollie bezeichnet sich als offiziellen JTL-Referenzpartner und gibt an, sich nativ mit JTL-Wawi, JTL-Shop 5 und JTL-POS zu verbinden; Zahlungen, Rückerstattungen und Versandstatus sollen automatisch in die Warenwirtschaft laufen. Prüfen Sie im Testbetrieb konkret, ob Teilrückerstattungen und Rücklastschriften am richtigen Auftrag ankommen — dort entsteht sonst der Handabgleich, den Sie eigentlich vermeiden wollten.
Shopify: Rechnen Sie die Zusatzgebühr der Plattform mit ein
Für Shopify gibt es eine eigene Mollie-Integration. Wer dort einen anderen Anbieter als Shopify Payments nutzt, zahlt allerdings eine zusätzliche Transaktionsgebühr an Shopify: 2 Prozent im Tarif Basic, 1 Prozent bei Grow, 0,6 Prozent bei Advanced und 0,2 Prozent bei Plus. Diese Gebühr kommt auf den Mollie-Satz obendrauf und entscheidet die Rechnung häufiger als der Satz selbst.
Shopware: klassisches Plugin, Headless möglich
Mollie unterhält eine eigene Shopware-Integration und unterstützt nach eigenen Angaben auch den Headless-Ansatz von Shopware 6. Für Projekte mit eigenem Frontend ist das relevant, weil sonst der Checkout an der Zahlungsanbindung hängt. Für alle anderen Systeme bleibt die direkte Anbindung über die Mollie-API der Weg — dokumentiert und in gängigen Sprachen als Paket verfügbar.
Die Shopify-Rechnung verdient eine eigene Zeile, weil sie oft übersehen wird. Im Tarif Basic zahlen Sie zwei Prozent Zusatzgebühr an Shopify — bei 120 Euro Warenkorb also 2,40 Euro obendrauf. Aus 2,41 Euro Mollie-Gebühr werden damit 4,81 Euro, die Kosten verdoppeln sich fast. Ob Mollie auf Shopify trotzdem sinnvoll ist, hängt an Zahlarten, die Shopify Payments nicht abdeckt, und an Ihrem Tarif; die Gesamtrechnung dazu steht in unserem Beitrag zu Shopify Payments in Deutschland.
Auf der JTL-Seite ist die Lage angenehmer, weil das Plugin kostenfrei ist und Mollie sich als JTL-Referenzpartner positioniert. Wichtig ist hier eine saubere Unterscheidung: Die Shop-Anbindung übernimmt ein Plugin aus dem Extension Store, den Datenfluss in die Warenwirtschaft beschreibt Mollie als native Verbindung. Was davon in Ihrem Setup wirklich automatisch läuft, sehen Sie erst im Test — und zwar an den unangenehmen Fällen: Teilrückerstattung, Rücklastschrift, Storno nach Versand. Wie wir JTL-Shop-Projekte aufsetzen und welche Erweiterungen sich bewähren, beschreibt unsere Seite zur JTL-Shop-Agentur.
6. Auszahlung, Rückerstattung und Chargebacks
Neben der Transaktionsgebühr existiert eine zweite Kostenebene, die in keiner Werbeaussage vorkommt, aber in jeder Jahresabrechnung steht. Diese Posten trennen einen fairen Anbieter von einem teuren:
| Posten | Kosten | Was Sie dazu wissen sollten |
|---|---|---|
| Rückerstattung | 0,25 € je Erstattung | Kartenzahlungen können Sie bis zu einem Jahr nach der Transaktion erstatten, PayPal-Zahlungen 180 Tage lang. Eine ausgelöste Erstattung lässt sich zwei Stunden lang stornieren. |
| SEPA-Rücklastschrift | 10 € · manche Banken zusätzlich 4,50 € | Ihre Kundschaft hat acht Wochen ab Kaufdatum Zeit, eine Lastschrift zurückzuholen. Eine beantragte Rücklastschrift ist laut Mollie nicht mehr anfechtbar. |
| Karten-Chargeback | kontoabhängig, nicht öffentlich beziffert | Das Widerrufsfenster beträgt 180 Tage. Bei Annahme zieht Mollie Transaktionsbetrag und Chargeback-Gebühr vom Saldo ab. Ihren Satz sehen Sie im Dashboard unter Einstellungen, Profile, Zahlungsmethoden. |
| Verlorener Klarna-Streitfall | 25 € · ab 1,5 % Streitquote bis zu 30 € mehr | Nur verlorene Fälle kosten Geld, gewonnene sind kostenfrei. Die Gebühr erscheint rückwirkend nach Abschluss des Falls auf der Abrechnung. |
| Auszahlung | ab der sechsten im Monat 0,25 € | Diese Gebühr greift laut Preisseite, solange Sie weniger als 500.000 Euro im Jahr abwickeln. Bis zu fünf Auszahlungen pro Monat bleiben kostenfrei. |
| Auszahlung in Fremdwährung | 1 % des Auszahlungsbetrags | Fällt an, wenn Sie in einer anderen Währung auszahlen lassen als der Ihres Hauptguthabens. Wer international verkauft, sollte das einplanen. |
Zwei Zeilen verdienen einen zweiten Blick. Die erste ist die Rücklastschrift. Die Lastschrift ist mit 0,35 Euro die mit Abstand günstigste Zahlart — bis eine zurückkommt. Dann kostet der Vorgang 10 Euro, bei manchen Banken zusätzlich 4,50 Euro, und anfechtbar ist er nicht. Rechnen wir das durch: Bei einer Rücklastschriftquote von einem Prozent kosten 100 Bestellungen 35 Euro Transaktionsgebühr plus 10 Euro für den einen Rückläufer, macht 45 Euro oder 0,45 Euro je Bestellung. Selbst dann liegt die Lastschrift bei einem Warenkorb von 120 Euro noch deutlich unter den 2,41 Euro der Kartenzahlung. Die Lastschrift bleibt also günstig — nur eben nicht so günstig, wie die Preisliste suggeriert.
Die zweite ist die Karten-Chargeback-Gebühr. Mollie beziffert sie öffentlich nicht, sondern verweist auf die Konditionen im eigenen Konto, einsehbar im Dashboard unter Einstellungen, Profile, Zahlungsmethoden. Das ist keine Verschleierung, sondern Folge der Blended-Logik: Der Satz hängt vom Vertrag ab. Für Sie heißt das trotzdem: Diesen Wert holen Sie sich vor der Entscheidung aus dem Dashboard, statt ihn zu schätzen. Bei retourenstarken Sortimenten ist er die zweitwichtigste Zahl nach dem Transaktionssatz.
Der Auszahlungsrhythmus ist die angenehmste Position: Sie wählen zwischen täglich an jedem Arbeitstag, wöchentlich an einem festen Tag und monatlich zum ersten Geschäftstag. Für Shops mit hohem Wareneinsatz ist die tägliche Auszahlung ein echter Liquiditätsvorteil. Achten Sie nur auf das Kleingedruckte: Unterhalb von 500.000 Euro Jahresvolumen sind fünf Auszahlungen im Monat frei, jede weitere kostet 0,25 Euro. Bei rund 21 Arbeitstagen ergibt tägliche Auszahlung damit etwa vier Euro im Monat — verkraftbar, aber es ist eben nicht null.
Der eigentliche Aufwand entsteht danach. Mollie zieht die Gebühr je Transaktion ab und überweist gesammelt: Auf Ihrem Bankkonto steht ein Betrag, der zu keiner einzelnen Bestellung passt. Ohne einen automatischen Zahlungsabgleich, der jede Gebühr dem richtigen Auftrag zuordnet, wird daraus jeden Monat Handarbeit. Wie wir diese Kette von der Warenwirtschaft in die Finanzbuchhaltung aufsetzen, beschreibt unsere Seite zur JTL-DATEV-Schnittstelle. Führen Sie das Mollie-Guthaben dabei als eigenes Geldkonto — dann stimmt der Saldo jederzeit mit dem Mollie-Dashboard überein, und eine fehlende Zahlung fällt sofort auf.
7. Wann PayPal, Stripe oder ein Acquirer besser passen
Mollie ist nicht in jedem Fall die richtige Wahl, und der ehrlichste Vergleichspunkt ist Stripe. Beim reinen Kartensatz liegt Stripe vorn: 1,5 Prozent plus 0,25 Euro für Standardkarten aus dem EWR gegenüber 1,80 Prozent plus 0,25 Euro bei Mollie (Stripe-Angabe, Stand 30. August 2026). Bei 120 Euro Warenkorb sind das 2,05 Euro statt 2,41 Euro, also 0,36 Euro Unterschied je Zahlung. Auch Stripe verzichtet auf Einrichtungs- und Monatsgebühren; eine Zahlungsanfechtung kostet dort 20 Euro, plus 20 Euro für eine manuelle Antwort, die bei Erfolg erstattet werden.
Der Unterschied liegt also weniger im Preis als im Zuschnitt. Eine Orientierung:
- Mollie passt, wenn Ihr Umsatz aus dem DACH-Raum kommt, Sie Rechnungskauf und Lastschrift brauchen, ohne eigene Entwicklungsabteilung arbeiten und deutschsprachigen Support schätzen. Für JTL-Shops kommt die kostenfreie Plugin-Anbindung dazu.
- Stripe passt, wenn Kartenzahlung Ihr Hauptkanal ist, Sie international verkaufen, eigene Entwickler haben oder eine Plattform mit Abo-Abrechnung und Auszahlungen an Dritte bauen.
- PayPal direkt passt, wenn PayPal fast Ihr gesamtes Volumen ausmacht. Dann sparen Sie die zehn Cent je Transaktion und den Umweg — verlieren aber den gemeinsamen Abgleich aller Zahlarten.
- Ein klassischer Acquirer passt, wenn Ihr Kartenvolumen groß genug für eine IC++-Abrechnung ist. Ab einem monatlichen Volumen von 100.000 Euro bietet Mollie das ebenfalls an — darunter bleibt es beim Blended-Satz.
Was Sie in der Entscheidung nicht überbewerten sollten, sind Bewertungsportale. Für Mollie stehen dort Durchschnitte zwischen 3,2 und 4,4 von 5 Sternen bei völlig unterschiedlichen Stichprobengrößen — daraus lässt sich kein belastbares Urteil ableiten. Aussagekräftiger ist ein Testlauf mit echten Bestellungen: Wie schnell kommt die Auszahlung, wie sauber landen Rückerstattungen in der Warenwirtschaft, wie schnell antwortet der Support bei einem strittigen Fall.
8. Fazit: Der Zahlarten-Mix schlägt den Prozentsatz
Mollie ist ein solide regulierter europäischer Anbieter mit einem für den Mittelstand ungewöhnlich freundlichen Modell: keine Grundgebühr, keine Bindung, ein Vertrag für alle Zahlarten. Beim reinen Kartensatz ist Mollie nicht der günstigste Anbieter am Markt, in der DACH-Zahlartenabdeckung und in der JTL-Nähe aber sehr stark aufgestellt.
Die größere Erkenntnis liegt neben dem Anbieter: Zwischen 0,35 Euro Lastschrift und 13,81 Euro Klarna bei einem Warenkorb von 450 Euro liegt ein Faktor, den kein Anbieterwechsel je einholt. Wer seine Zahlungskosten senken will, schaut deshalb zuerst auf den eigenen Zahlarten-Mix, dann auf die Nebenkosten — Rückerstattung, Rücklastschrift, Chargeback — und erst zum Schluss auf den Prozentsatz im Werbebanner.
Wir bauen diese Rechnung mit unseren Kunden regelmäßig auf: Zahlarten und Warenkorbklassen aus den echten Bestelldaten, Gebühren je Zahlart, und danach die Frage, welche Zahlart im Checkout an welcher Stelle steht. Wenn Sie wissen wollen, was Ihr Checkout heute wirklich kostet und ob Mollie dafür der richtige Partner ist, führt der Weg über unsere E-Commerce-Beratung.
- AnbieterMollie B.V., Amsterdam — von der DNB zugelassen
- Grundgebührkeine · keine Einrichtung · jederzeit kündbar
- Karte (EWR-Verbraucher)1,80 % + 0,25 € je Zahlung
- Klarna (DACH)2,99 % + 0,35 € je Zahlung
- SEPA-Lastschrift0,35 € pauschal, ohne Prozentanteil
- Rückerstattung0,25 € · Rücklastschrift 10 €
- Auszahlungtäglich, wöchentlich oder monatlich wählbar
- Stand der SätzeMollie-Preisseite Deutschland, 30. August 2026
Quelle: Mollie — Preise Deutschland (öffnet in neuem Tab), abgerufen am 30. August 2026. Angaben ohne Gewähr; maßgeblich sind die Konditionen in Ihrem Mollie-Konto. Die vollständige Quellenliste finden Sie am Ende des Beitrags.
9. Häufige Fragen zu Mollie
Wie viel kostet Mollie?
Mollie berechnet keine Grundgebühr und keine Einrichtungskosten, sondern nur erfolgreiche Transaktionen. In Deutschland kostet eine Zahlung mit europäischer Verbraucherkarte 1,80 Prozent plus 0,25 Euro, Klarna 2,99 Prozent plus 0,35 Euro und eine SEPA-Lastschrift pauschal 0,35 Euro. Maßgeblich sind die Konditionen in Ihrem Konto (Mollie-Angabe, Stand August 2026).
Was ist Mollie als Zahlungsart?
Mollie ist keine eigene Zahlungsart, sondern ein Zahlungsdienstleister aus Amsterdam. Über eine einzige Anbindung schalten Sie mehr als 30 Methoden frei: Kreditkarte, PayPal, Klarna, SEPA-Lastschrift, Rechnungskauf und lokale Verfahren wie EPS oder TWINT. Im Checkout erscheint jede Methode einzeln, abgerechnet wird alles über einen Vertrag.
Ist Mollie seriös?
Mollie B.V. sitzt in Amsterdam, ist im niederländischen Handelsregister unter 30204462 eingetragen und als Zahlungsdienstleister von der niederländischen Zentralbank DNB zugelassen. Kundengelder verwahrt die eigens gegründete Stichting Mollie Payments getrennt vom Firmenvermögen. Deshalb steht dieser Name auf dem Kontoauszug Ihrer Kundschaft (Quelle: Mollie-Impressum).
Was ist PayPal via Mollie?
Sie bieten PayPal im Checkout an, wickeln es aber über Ihren Mollie-Vertrag ab. Mollie berechnet dafür die PayPal-Gebühren zuzüglich 0,10 Euro je Transaktion. Der Vorteil ist ein einheitlicher Abgleich; Rückerstattungen laufen jedoch weiterhin über Ihr PayPal-Guthaben, nicht über das Mollie-Guthaben (Mollie-Angaben, Stand August 2026).
Wie lange dauert die Auszahlung bei Mollie?
Sie bestimmen den Rhythmus selbst: jeden Arbeitstag, einmal pro Woche an einem festen Tag oder einmal im Monat am ersten Geschäftstag. Tägliche Auszahlungen kosten laut Mollie keinen Aufpreis. Wer unter 500.000 Euro im Jahr abwickelt, zahlt allerdings ab der sechsten Auszahlung im Monat 0,25 Euro je Auszahlung.
Was ist Mollie Klarna?
Klarna über Mollie bedeutet: Sie schalten Klarna im Mollie-Dashboard frei, statt einen eigenen Klarna-Vertrag zu schließen. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz berechnet Mollie 2,99 Prozent plus 0,35 Euro je Transaktion. Streitfälle bearbeiten Sie ebenfalls über Mollie; ein verlorener Fall kostet 25 Euro (Mollie-Angaben, Stand August 2026).
Wie kündige ich mein Mollie-Konto?
Mollie arbeitet ohne Mindestlaufzeit: Das Konto ist laut Preisseite jederzeit kündbar, es gibt keine monatliche Grundgebühr. Eine Ausnahme ist der Kassen-Tarif Pro mit 20 Euro im Monat und einem Jahresvertrag. Klären Sie vor der Kündigung offene Rückerstattungen und Chargebacks, damit Ihr Guthaben dafür ausreicht.
10. Quellen & offizielle Informationen
Alle Preise, Fristen und Produktangaben in diesem Beitrag stammen aus den folgenden Hersteller-Quellen, abgerufen am 30. August 2026. Externe Quellen öffnen in einem neuen Tab.
- Mollie — Preise für Deutschland — Primärquelle für alle Transaktionssätze, die Standardkonditionen ohne Grund- und Einrichtungsgebühr, die Volumenpreise ab 100.000 Euro Monatsumsatz sowie die Auszahlungsgebühren.
- Mollie-Hilfecenter — Wie erstatte ich eine Zahlung? — Grundlage für die Rückerstattungsgebühr von 0,25 Euro, die Fristen bei Karten- und PayPal-Erstattungen sowie das zweistündige Storno-Fenster.
- Mollie-Hilfecenter — Was ist eine SEPA-Rücklastschrift? — Grundlage für die Acht-Wochen-Frist, die fehlende Anfechtbarkeit und die Gebühr von 10 Euro zuzüglich möglicher Bankgebühren von 4,50 Euro.
- Mollie-Hilfecenter — Was ist ein Chargeback? — Grundlage für das Widerrufsfenster von 180 Tagen bei Kartenzahlungen und für den Abzug von Transaktionsbetrag und Gebühr vom Guthaben.
- Mollie-Hilfecenter — Gebühren bei Streitfällen (englisch) — Grundlage für die Klarna-Streitfallgebühr von 25 Euro, den Aufschlag ab 1,5 Prozent Streitquote und den Beta-Status des Dispute-Portals.
- Mollie — Integration für JTL — Herstellerangabe zur nativen Verbindung mit JTL-Wawi, JTL-Shop 5 und JTL-POS sowie zur Rolle als offizieller JTL-Referenzpartner.
- JTL Extension Store — Mollie Payments für JTL-Shop 5 — Gegenprobe auf JTL-Seite: kostenfreier Eintrag, Verfügbarkeit auch für JTL-Shop 4, Hersteller des Plugins laut Store-Eintrag.
- Mollie — Impressum — Grundlage für Sitz, Handelsregisternummer, die Zulassung durch die niederländische Zentralbank und die Rolle der Stichting Mollie Payments.
- Stripe — Preise Deutschland — Grundlage aller Stripe-Vergleichswerte: Kartensätze, SEPA-Lastschrift und Gebühren bei Zahlungsanfechtungen.
- Shopify — Preise — Grundlage für die Zusatzgebühr bei externen Zahlungsanbietern je Tarif (2 Prozent bis 0,2 Prozent).
Hinweis: Dieser Beitrag ist allgemeine Information und ersetzt keine Steuerberatung. Preise und Vertragsbedingungen ändern sich; verbindlich sind die aktuellen Angaben der Anbieter und die Konditionen Ihres eigenen Kontos. Stand: 30. August 2026.